Mythos Meditation 2

Rund sieben Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde. Das bedeutet sieben Milliarden Köpfe, die ein endloser Gedankenstrom zu allen möglichen und unmöglichen Themen durchströmt. Bei dieser Vielzahl an Gedanken ist es nicht verwunderlich, dass zu vielen Themen und Aspekten des menschlichen Lebens immer wieder Geschichten und Legenden entstehen. So auch der Mythos zum Thema „Meditation“.

Hier präsentieren wir Ihnen die gängigsten Theorien, die sich rund um die Meditation entwickelt haben.

  • Mythos 1: Meditation ist Konzentration

In der Tat ist Meditation das genaue Gegenteil von Konzentration Vielmehr ist die Konzentration ein Ergebnis der Meditation. Während Konzentration anstrengend ist, bedeutet Meditation, dass sich Geist und Verstand völlig entspannen. Meditation bedeutet loszulassen. Wenn das passiert, dann befinden Sie sich in einem Zustand absoluter Ruhe und Entspannung. Ist der Geist entspannt, können wir uns besser konzentrieren.

  • Mythos 2: Meditation ist eine religiöse Praxis

Yoga und Meditation sind uralte Techniken, die über alle Religionen hinausgehen. Keine Religion wird ausgeschlossen. Meditation bringt Religionen, Nationen und Glaubensrichtungen zusammen. Ebenso wie die Sonne für jeden scheint und der Wind für alle weht, so nützt auch die Meditation jedem. „Wir ermutigen alle Menschen ungeachtet ihres persönlichen Hintergrunds, ihrer Religion oder ihrer kulturellen Tradition, zusammenzukommen, zu meditieren und zu feiern,“ sagt der spirituelle Lehrer Sri Sri Ravi Shankar.

  • Mythos 3: Meditation ist etwas für alte Leute

Meditation ist weltumspannend und hilft Menschen aller Altersgruppen. Bereits im Alter von acht oder neun Jahren kann man anfangen zu meditieren. Ebenso wie wir duschen, um den Körper zu reinigen, meditieren wir, um unseren Geist und Verstand gesund und wach zu halten.

  • Mythos 4: Man muss den Lotossitz beherrschen, um zu meditieren

Um diesen Mythos zu entkräften, hilft ein Blick in das yogische Standardwerk schlechthin, die Patanjali Yoga Sutras. Das Werk ist wahrscheinlich eine der detailliertesten Studien des Menschen über das Wesen des menschlichen Geistes. In einer der Yogasutras (Lehrsätze des Yoga) bei Patanjali heißt es, dass die wichtigste Voraussetzung für die Meditation eine bequeme und aufrechte Haltung ist. Auf diese Weise ist unsere Erfahrung während der Meditation tiefer. Sie können es sich im Schneidersitz bequem machen, auf dem Sofa oder einem Stuhl sitzen, alles ist in Ordnung. Wenn Sie jedoch mit der Meditation begonnen haben, sollten Sie Ihre Position beibehalten. Sie sollten Wirbelsäule und Kopf gerade halten. Nacken und Schultern sollten entspannt sein.

  • Mythos 5: Meditation ist Selbsthypnose

Meditation hat nichts mit Hypnose zu tun. Während der Hypnose bekommt die Person nicht mit, was sie macht. Meditation hingegen bedeutet, jeden Augenblick bewusst zu erleben. Hypnose führt eine Person durch die Eindrücke, die sie während ihres Lebens gesammelt hat. Meditation befreit uns von diesen Eindrücken, sodass unser Bewusstsein stets rein und klar ist. Hypnose regt unser System und damit den Stoffwechsel an. Meditation beruhigt Körper und Geist. „Diejenigen, die regelmäßig Pranayamas (Atemübungen) und Meditation praktizieren, können nicht so leicht hypnotisiert werden,“ erklärt Sri Sri Ravi Shankar.

  • Mythos 6: Meditation ist Gedankenkontrolle

Gedanken kommen nicht zu uns, weil wir sie dazu einladen. Wir werden uns ihrer erst bewusst, wenn sie schon da sind. Gedanken sind wie Wolken. Sie kommen und gehen. Die Gedanken zu kontrollieren ist anstrengend. Der Schlüssel zu einem entspannten Geist jedoch ist Mühelosigkeit. In der Meditation verlangt es uns nicht nach guten Gedanken noch lehnen wir schlechte Gedanken ab. Wir beobachten sie einfach, gehen damit über sie hinaus und tauchen immer tiefer in uns selbst ein.

  • Mythos 7: Meditation bedeutet, vor Problemen davonzulaufen

Meditation bedeutet eben nicht, vor seinen Problemen davonzulaufen. Ganz im Gegenteil: Sie gibt Ihnen die Kraft, Problemen mit einem Lächeln zu begegnen. Meditieren Sie täglich, wächst Ihre Fähigkeit, jede Herausforderung auf konstruktive Weise zu lösen. Sie lernen, Situationen so anzunehmen, wie Sie kommen, und bewusst zu handeln, statt der Vergangenheit nachzuhängen oder sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Die Meditation stärkt Sie von innen und fördert Ihr Selbstbewusstsein. Auch wenn es nach wie vor Herausforderungen geben wird, so werden Sie mithilfe der Meditation mit größerer Selbstsicherheit durchs Leben schreiten.

  • Mythos 8: Man muss stundenlang meditieren, um tiefe Erfahrungen zu machen

Sie müssen nicht stundenlang ruhig dasitzen, um tiefe Meditationserfahrungen zu machen. Die Verbindung zu Ihrem Selbst ist keine Frage von Zeit. Die Verbindung ist immer da, wird aber umso lebendiger spürbar je bewusster Sie mit sich selbst umgehen. Die Meditation fördert diese Bewusstheit. 20 Minuten Sahaj Samadhi Meditation täglich  reichen aus, um Ihrem Selbst näherzukommen. Wenn Sie regelmäßig meditieren, werden Sie bald sehen, wie sich die Qualität Ihrer Meditation verbessert.

  • Mythos 9: Wenn man meditiert, wird man zum Mönch

Um zu meditieren oder auf dem spirituellen Weg voranzuschreiten, müssen Sie nicht auf ein materielles Leben verzichten. Tatsächlich ist es so, dass sich die Qualität Ihrer Aktivitäten erheblich verbessert, wenn Sie regelmäßig meditieren. Mithilfe der Meditation werden Sie ruhiger und gelassener, Ihr Leben damit glücklicher, womit Sie letztlich auch Ihre Familie und Umgebung glücklich machen.

  • Mythos 10: Man kann nur zu bestimmten Zeiten meditieren

Man kann zu jeder Zeit meditieren, dabei spielt es auch keine Rolle, welche Himmelsrichtung Sie für die Meditation wählen. Das einzige, worauf Sie achten sollten, ist, auf leeren Magen zu meditieren. Tun Sie das nicht, besteht die Gefahr, einzuschlafen, statt zu meditieren. Und noch ein Tipp: Meditieren Sie vor Sonnenaufgang, sind Sie den ganzen Tag über gelassen und voller Energie zugleich.

Sie wollen Meditation lernen, wissen aber nicht, wo und wie? Wir sind gerne für Sie da:

Unsere Sahaj Samadhi Meditationskurse können Sie in jedem Art-of-Living-Zentrum in Ihrer Nähe besuchen. Benötigen Sie Kursinformationen oder wollen Sie Feedback geben? Schreiben Sie uns gerne an: kontakt@artofliving.org.