Das Leben zu einer reichen Erfahrung werden lassen

22nd of Mär 2013

Munich, Germany

Unser Leben wird reicher, wenn Tanz, Musik, Philosophie, Wissenschaft, ehrenamtliche Tätigkeit und Stille ein Teil davon sind. Diese sechs Dinge können dazu beitragen, unser Leben reicher werden zu lassen. Wenn eines davon fehlt, und wir darauf verzichten müssen, dann ist das Leben nicht ganz.
Unsere heutige Begegnung wird eine Begegnung der inneren Stille sein.
Die innere Stille ist die Mutter aller Kreativität, die Quelle der Intuition und die Vorratskammer für die Energie. Und wir alle haben sie! Das einzige Problem ist, dass wir sie eingeschlossen und den Schlüssel vergessen haben. So, wie wir manchmal auch das Passwort beim Computer vergessen.
Wir alle besitzen diesen unermesslichen Reichtum an Stille in unserem Herzen, aber manchmal vergessen wir, wie wir den Zugang dazu finden können.
Es ist wichtig, das zu verstehen.
Wir durften heute Abend schon einen Tanz und wunderbare Musik genießen. Nun sollten wir etwas Philosophisches besprechen.
Um etwas zu besprechen, was uns sehr am Herzen liegt, was uns in unserem Leben sehr lieb ist, müssen wir uns in einer herzlichen und informellen Atmosphäre befinden. Fühlt ihr euch gerade alle hier wohl?
Wir wollen uns dreißig Sekunden Zeit nehmen, um die Personen zu begrüßen, die um uns herum sitzen.
Nun, habt ihr die Person neben euch tatsächlich begrüßt? Oder war es nur eine Formalität?
Die Nettigkeiten, die wir im Leben austauschen, kommen oft aus einer sehr oberflächlichen Ebene.
Wenn du zum Beispiel ins Krankenhaus gehst, um jemanden zu besuchen, der krank ist, dann fragst du die Person, wie es ihr gehe, und sie antwortet, es gehe ihr gut.
Wenn jemand dir ein Glas Wasser reicht, dann sagst du: „Vielen, vielen Dank!” Das ist jedoch nicht wirklich so gemeint. Ich will damit nicht sagen, du sollest dich nicht bedanken, wenn du ein Glas Wasser bekommst. Ich würde mir aber wünschen, dass es dir bewusst wird, dass in diesen Worten keine Tiefe liegt. Es ist fast so wie bei der Flugbegleiterin, die dir einen schönen Tag wünscht.
Werden dieselben Worte jedoch von jemandem ausgesprochen, der dir sehr lieb ist, dann tragen sie bestimmte Schwingungen mit sich, und diese Schwingungen übertragen mehr als Worte.
Wir haben positive Schwingungen. Sind wir aber gestresst oder aufgeregt, dann senden wir negative Schwingungen aus.
Ist es dir schon aufgefallen, dass du ohne jeden Grund manche Menschen meiden möchtest? Handkehrum aber gibt es auch Menschen, mit denen du dich ohne ersichtlichen Grund sehr gut fühlst. Das hat mit unseren Schwingungen zu tun.
Weder in der Schule noch zu Hause hat uns jemand beigebracht, wie wir unsere Schwingungen positiv werden lassen können.
Wenn du dich negativ fühlst, lebst du mit diesen negativen Schwingungen in dir. Wenn du depressiv, wütend oder durcheinander bist, dann trägst du diese Emotionen mit dir herum.
Das geschieht, weil niemand uns beigebracht hat, wie wir mit diesem Geist klarkommen oder unsere Schwingung in etwas sehr Positives und Lebhaftes umändern können.
Hier hat Art of Living eine wichtige Bedeutung: Es wird uns gelehrt, wie wir Negativität in eine positive Einstellung verwandeln können.
Gut, über welches Thema soll ich nun sprechen?
(Publikum: Ehrenamtliche Tätigkeit, Frieden, Liebe, richtige Entscheidungen treffen, Intuition verstärken, Schuld, Anhaftung, Entspannung, Zeit, Vergebung, Angst, Karma, Wünsche, Einheit, Vertrauen, Zufriedenheit, der Meister, Bildung, Natur, Ehrlichkeit, Tod, Meditation, Weisheit.)
Sagt mir, ob ihr wirklich etwas über diese Themen erfahren wollt. Wenn ihr in eine Buchhandlung geht oder auf Google sucht, werdet ihr alle Informationen zu diesen Themen finden.
Was, wenn ich über keines dieser Themen Bescheid weiß? Spielt es wirklich eine Rolle, worüber wir uns unterhalten?
Wisst ihr, dass es vier Ebenen der Kommunikation gibt?
Erste Ebene: Kommunikation von Kopf zu Kopf.
Zweite Ebene: Kommunikation vom Kopf zum Herzen.
Dritte Ebene: Kommunikation von Herz zu Herz.
Vierte Ebene: Kommunikation von Seele zu Seele.
Habt ihr schon bemerkt, dass zwei Menschen manchmal dasselbe sagen, es aber so aussieht, als würden sie streiten, wenn sie sprechen? Das geschieht, weil das Element des Fühlens aus dem Herzen nicht da ist, oder weil kein Vertrauen vorhanden ist.
Wir übertragen mehr durch unsere Gegenwart als durch Worte. Ich kann eine Stunde lang über Liebe sprechen, aber ein einziger Blick kann mehr vermitteln als eine Stunde des Redens. Ist es nicht so?
Du brauchst nur in die Augen von Kindern zu schauen, und schon wird Liebe durch sie ausgedrückt. Ein junger Hund, der bei dir lebt, rennt um dich herum und lässt dich all seine Liebe spüren. Er muss dir nicht sagen, er liebe dich so sehr. Auch ein Kind muss seiner Mutter nicht sagen: „Oh, Mami, ich habe dich so lieb.” Tatsächlich ist es so, dass die Liebe verringert werden kann, wenn sie mit Worten ausgedrückt wird.
Ich habe von jemandem gehört, der einen dreistündigen Vortrag über das Thema: „Wie kann man glücklich sein?” gehalten hat. Am Ende des Vortrags waren alle unglücklich, weil er zu viel gesprochen hatte. Er hätte nicht drei Stunden lang, sondern nur während einer Stunde sprechen sollen.
Worum es eigentlich geht: Es gibt etwas tief in unserem Inneren. Wenn wir in Kontakt mit diesem Aspekt in uns sind, sind wir authentisch, glücklich und voller Freude. Ein Gefühl der Erfüllung ist in uns vorhanden. Meditation bringt uns in Kontakt mit diesem tiefen Aspekt in unserem Inneren.
Sieh, das Leben ist so kurz. Die siebzig bis achtzig Lebensjahre gehen so schnell vorbei, nicht wahr?
Die Hälfte der Zeit verbringen wir im Schlaf, die restliche Zeit halten wir uns in Badezimmern, Restaurants oder Verkehrsstaus auf, oder aber wir beklagen uns und machen uns Sorgen.
Und das Leben geht vorüber!
Aus diesem Grund habe ich gesagt, wir sollten die erwähnten sechs Dinge nicht vergessen und Zeit mit intellektuell stimulierender Philosophie, Musik, ein wenig Tanz, Wissenschaft und ehrenamtlicher Tätigkeit verbringen.
Habe ich nun all eure Fragen beantwortet? Sind noch Themen unerwähnt geblieben?

(Publikum: Tod)

Der Tod ist unvermeidlich. Der Tod bedeutet die Trennung des Geistes vom Körper. Der Atem – das Verbindungsglied zwischen Körper und Geist – setzt aus.
Nach den Gesetzen der Thermodynamik können jedoch weder Materie noch Energie jemals zerstört werden. Der Geist ist Energie und wird nicht zerstört. Also bist du immer noch da, auch wenn du vom Körper getrennt bist. Du kannst mehr darüber erfahren, wenn du tiefer in die Meditation eintauchst. Dann wirst du verstehen, dass du überhaupt keinen Tod haben wirst. Du bewegst dich lediglich von einem Körper zum anderen. Und deine Angst vor dem Tod verschwindet.

(Publikum: Anhaftung)

Warum möchtest du dich von der Anhaftung befreien? Weil sie dir Schmerzen zufügt, nicht wahr? Warum lässt du deine Anhaftung nicht größer werden?
Es ist natürlich, eine Bindung an deine Kinder, deine Eltern, deinen Ehepartner, deine Freunde zu entwickeln. Nichts ist falsch daran. Du solltest jedoch nicht besitzergreifend werden. Wenn deine Anhaftung zur Besitzgier wird, dann beunruhigst du die Person, an der du hängst, und du kannst auch dir selbst Schwierigkeiten bereiten. Erweitere also deine Anhaftungen. Genauso, wie du eine Bindung an deine Kinder hast, solltest du auch eine Bindung an andere Kinder entwickeln. Wenn es auch nicht im gleichen Ausmaß geschieht, so könnten es doch wenigstens fünfzig Prozent oder mehr sein.

(Publikum: Ehrenamtliche Tätigkeit)

Ehrenamtliche Tätigkeit ist sehr wichtig. Wir alle sollten in unserem Leben ein wenig den anderen dienen. Was immer wir tun können, um anderen zu helfen und ihnen Freude und ein Lächeln zu bringen, müssen wir tun.
Dienen bringt dir unermessliche Befriedigung. Wenn du dienst, wird deine Anhaftung dir kein Elend bringen. Als Elternteil bist du dazu da, deinen Kindern zu dienen. Als Kind bist du dazu da, deinen Eltern zu dienen. Als Ehepartner seid ihr dazu da, euch gegenseitig zu unterstützen. Wenn du mit diesem Gefühl, mit dieser Haltung weitergehst, dann bekommt das Leben eine andere Dimension.

(Publikum: Meditation)

Meditation stärkt deinen Körper. Sie steigert dein Immunsystem und gibt dir mehr Energie. Sie lässt deinen Geist sehr fokussiert werden und bewirkt, dass dein Intellekt sehr scharf wird. Sie sorgt dafür, dass deine Gefühle sehr viel schöner werden, und du fühlst dich von innen heraus gut. Deine Schwingungen werden sehr positiv. Das sind nur einige der Verdienste. Es gibt noch viele weitere. Und Glück geht auch mit der Meditation einher.

F.: Sri Sri, bitte erzähle uns etwas über Vergebung. Wie können wir vergeben?
Sri Sri Ravi Shankar:
Du musst nicht vergeben, halte daran fest! Wer verliert etwas dabei?
Etwas, was geschehen ist, ist geschehen! Sei es dein Fehler oder der Fehler von jemand anderem gewesen, es ist vorbei. Wenn du dennoch daran festhältst, dann wirst du leiden.
Stell dir vor, du seist in einer Situation, bei der ein Fehler durch dich geschieht. Wenn jemand dir nicht vergeben, dich nicht verstehen und dich auf Lebzeiten für etwas verantwortlich machen würde, wie würdest du dich da fühlen? Du würdest dich sehr schlecht fühlen, nicht wahr?
Du vergibst der Person nicht um ihretwillen, du tust es für deinen eigenen Geist, sodass du deinen eigenen Geist retten kannst. Schau, im Leben geschehen angenehme und unangenehme Dinge. Von manchen Dingen im Leben wünschen wir, dass sie geschehen, von anderen nicht. Was immer geschehen ist, ist geschehen. Schluss! Leg es zur Seite und geh weiter. Das ist sehr wichtig. Tue es, schon nur um deinen eigenen Geist zu retten.
Tatsächlich – wenn du es von einem weiteren Blickwinkel aus betrachtest – wirst du feststellen, dass jeder Schuldige ein Opfer von Unwissenheit in einer bestimmten Situation ist. Wenn du die Dinge von dieser Perspektive aus siehst, wirst du automatisch Mitgefühl empfinden. Wir haben das am Beispiel der Inhaftierten gesehen, als wir in Gefängnissen Kurse durchgeführt haben. Diese Menschen, die verurteilt worden und ins Gefängnis gekommen sind, sind gute Menschen. Aufgrund von Unwissenheit und mangelndem Bewusstsein haben sie Fehler begangen.

Um dein Leben reicher zu machen, würde ich dir vorschlagen, fünf Tage an folgenden, verschiedenen Orten zu verbringen:

1) In der Schule, mit den Kindern.
2) In der Schule, als Lehrer/in: Wenn du Kinder unterrichtest, verstehst du, was es heißt, zu lehren. Die Rolle des Lehrers macht dich sehr reich.
3) In einer Nervenklinik: Wenn du mit gestörten Menschen zusammen bist, realisierst du, dass es dasselbe ist, wie in der Außenwelt zu sein. Die Menschen sagen einfach nur alles, was sie sagen wollen. Wenn du einmal eine solche Erfahrung gemacht hast, kann niemand mehr dich aufregen.
4) In einem Gefängnis: Wenn du mit denen zusammen bist, die eingesperrt wurden, wirst du den Schmerz und das Leid eines Opfers verstehen können.
5) Auf einem Bauernhof: Wenn du mit den Bauern zusammen bist, den Boden umgräbst, Samen aussäst, mit Schlamm arbeitest oder einfach nur da bist, wird dich das ungemein bereichern.

Und einen Tag solltest du mit dir selbst verbringen, mit der Natur.

F.: Gurudev, ich habe das Gefühl, festzustecken. Ich bin unfähig, das Wissen von Art of Living zu verbreiten. Was soll ich tun?
Sri Sri Ravi Shankar:
Du musst nichts tun, was du nicht tun kannst. Niemand erwartet von dir, irgendetwas zu tun, was du nicht tun kannst. Aber – was immer du tun kannst, solltest du auch tun. Wenn wir dienen, bringt das anderen Menschen Gutes, und auch uns bringt es unermessliche Befriedigung.

Gut, bevor ihr weggeht, möchte ich, dass ihr mir alle eure Sorgen überlasst. Ich möchte, dass ihr mit einem großen Lächeln nach Hause geht. Und immer, wenn ihr das Gefühl habt, niedergeschlagen oder durcheinander zu sein, euch nicht glücklich oder nicht gut zu fühlen, erinnert euch daran, dass ihr nicht allein seid! Ich bin bei euch! Und die ganze Art of Living Familie ist mit euch.
Mein Traum ist es, jedermann mit einem großen Lächeln, und die ganze Welt als eine Familie zu sehen. Ich wünsche mir, dass ihr mich alle bei diesem Traum – eine gewaltfreie, stressfreie und glückliche Gesellschaft zu erschaffen – begleitet.

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