Der einzige Ausweg

13.08.2013

Bangalore, Indien

Die Form des Göttlichen ist Sat Chit Anandam. Wenn wir uns in die Nähe des Göttlichen begeben, werden wir innerlich sehr glücklich.

Gurudev, ich habe gehört, dass das Gayatri Mantra öffentlich auf CDs gespielt wird. Wie wichtig ist es, initiiert zu werden?

Sri Sri:
Wir werden uns die Details zu einem anderen Zeitpunkt ansehen.

Ga-ya-tri: Es gibt drei Arten von Elend, weil wir drei verschiedene Körper haben – den grobstofflichen Körper, den feinstofflichen Körper und den Kausalkörper. Auf jeder dieser Ebenen kann es Elend geben. Das menschliche Leben muss durch alle hindurchgehen, und das ist es, was Gayatri bedeutet. Jemand, der singt, gleitet über den Ozean des Elends hinweg, um zur Glückseligkeit zu gelangen.

Gurudev, du hast gesagt, das Wort für Wasser und für Liebe sei in Sanskrit dasselbe. Steht das in Zusammenhang damit, dass wir dem Shiva Lingam Wasser anbieten?

Sri Sri:
Ja, es ist ein Symbol.

In früheren Zeiten pflegten die Menschen, Wasser in beide Hände zu nehmen, die Sonne zu fixieren und das Wasser dann weiterzugeben. Es ist sehr gut, die Sonne auf diese Weise anzusehen, denn unsere Augen sind lichtempfindlich. Die Sonnenenergie kann dadurch in unseren Körper gelangen.

Die Sonne zu fixieren ist heutzutage überall auf der Welt bekannt. Wenn die Menschen es tun, nimmt unter anderem ihr Hunger ab, und ihr Immunsystem wird gestärkt.

Es gibt einen Ausdruck, der überall auf der Welt verwendet wird, wenn man starke Liebe oder starken Schmerz empfindet. Welcher Ausdruck ist das? Ich möchte mein Herz ausschütten.

Dieses Ausschütten gibt dir das Gefühl, alles weiterzugeben. Wenn du dem Shiva Lingam Wasser überreichst, ist dieses Wasser ein Symbol dafür, dass du alles weitergeben möchtest. Du empfindest, dass alles, was du hast, und alles, was du bist, dem Göttlichen gehört.

Das Gebet Namah Na Mamah bedeutet: Nichts gehört mir, mein Leben gehört nicht mir, alles gehört dem Göttlichen.

Um zu zeigen, dass man alles ausschüttet, nimmt man Wasser (auch Liebe in Sanskrit) und bietet es Shiva an. Es ist nicht so, dass Shiva Wasser brauchen würde.

Lieber Gurudev, diejenigen, die am Vedic Wisdom Kurs teilnehmen möchten, wollen mehr über das Gayatri Mantra und Sandhyavandanam erfahren. Kannst du bitte darüber sprechen?

Sri Sri:
Weißt du, es gibt im Leben drei Bewusstseinszustände: Du bist entweder wach, träumst oder schläfst. An den Verbindungspunkten – zwischen Wachsein und Traum, zwischen Traum und Schlaf und zwischen Schlaf und Wachsein – geschieht etwas Fantastisches. Was ist das? Du kannst einen kurzen Einblick bekommen auf das, was sich jenseits dieser drei Zustände verbirgt.

Der Geist kann nur diese drei Zustände erfahren. Wenn er jedoch anhält, erlebst du einen Zustand, bei dem du weder wach bist, noch träumst noch schläfst, der göttlich ist und die Basis der gesamten Schöpfung darstellt. Yoga bedeutet, einen kurzen Einblick in diesen Zustand zu bekommen.

Was aber geschieht dadurch? Sämtliche Ängste verschwinden, und dem Leben wird eine größere Dimension eröffnet.

Wir denken, das Leben bestehe aus meinem Körper, meinem Geist usw. Nein! Das Leben ist viel umfassender!

Diese Erfahrung – Gedanken und Emotionen zu transzendieren und sich in eine andere Ebene der Stille zu begeben – wird Sandhya genannt. Vandan bedeutet, diesen inneren Zustand zu verehren.

Wann wird Sandyavandanam gewöhnlich durchgeführt? Bei Übergängen. Wenn die Sonne aufgeht, findet in der ganzen Schöpfung ein Wechsel statt. Wenn die Sonne untergeht, findet wiederum ein Wechsel statt. Es ist also gut, während des Sonnenaufgangs, des Sonnenuntergangs und der Mittagszeit zu meditieren und Atemübungen zu machen.

Das Gayatri Mantra ist eines der bedeutendsten Gebete der Menschheit.

Was ist seine Bedeutung?

Lass mich im Göttlichen aufgehen und lass das Göttliche all meine Sünden zerstören. Lass mich das göttliche Licht, das alle Sünden verbrennt, anbeten, und lass mich darin aufgehen. Lass das Göttliche meinen Intellekt inspirieren.

Schau, alle unsere Handlungen werden vom Intellekt gesteuert, nicht wahr? Gedanken tauchen auf, und du handelst. Also betest du und bittest das Göttliche, gute Gedanken in deinen Geist zu bringen. Du sprichst folgendes Gebet:

„Übernimm meinen Intellekt! Inspiriere meinen Intellekt! Möge mein Intellekt von der Göttlichkeit geführt, angeregt und inspiriert werden!”

Wenn die richtigen Gedanken kommen, werden deine Handlungen immer richtig sein. Wenn intuitive Gedanken auftauchen, werden deine Handlungen fruchtbar sein. Deshalb betest du darum, die besten Gedanken zu erhalten.

„Lass meinen Geist und meine ganze Lebensenergie von dem Göttlichen durchdrungen sein!”

 

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