Gut zu sein ist für dich gut!

05.03.2014

Bangalore, 6. November 2013

Gurudev, Leute kritisieren andere die ganze Zeit hinter deren Rücken. Was geschieht mit solchen Leuten?

Sri Sri: Wenn es sich um oberflächliche Kritik handelt, dann lass es geschehen.
Wir haben gerade über die neun Emotionen gesprochen, über Liebe, Lachen, Mitgefühl, Ärger, Mut, Terror, Ekel, Überraschung und Frieden. Das ist auch eine davon.
Wenn du jemandem aus tiefstem Herzen etwas Böses wünschst, dann schadest du nur dir selbst. Die Person, die du kritisierst, wird davon nicht betroffen sein. Das heißt jedoch nicht, du sollest dich oberflächlich positiv verhalten und  niemals auf Fehler hinweisen. Wenn du einen schlechten Apfel als gut bezeichnest, so ist das nicht aufrichtig.
Wenn dich jemand fragt, ob das Essen gut war, und du antwortest, es sei sehr gut gewesen, obwohl du es nicht essen konntest, dann ist das unehrlich. Probleme sollten angesprochen werden, aber ohne Hass in deinem Herzen. Das Gefühl schadet sonst nur dir.
Wenn jemand schlecht über andere spricht, lass es einfach geschehen. Was kannst du sonst tun? Es sind Rajo Guna und Tamo Guna, die solche negativen Tendenzen in den Menschen entstehen lassen. Reagierst du ihnen gegenüber deshalb negativ, dann sitzt du im selben Boot wie sie.
Die drei Gunas Rajoguna, Tamoguna und Sattoguna sind ein Bestandteil der Natur. Sei einfach Zeuge ihres Spiels.  
Und wenn du es jemandem erklären möchtest, weil er dir wichtig ist, dann tue es mit Mitgefühl. Mache ihm bewusst, dass er heute zwei Stunden damit verbracht hat, sich über jemanden zu beklagen, und dass das seine positive und kreative Energie ernsthaft gefährden wird. Je mehr du dich beklagst, je mehr Energie wirst du verlieren.
Bitte ihn, sich während einer Stunde über jemanden zu beklagen und zu beobachten, wie viel Energie er dabei verloren hat.
Wenn Menschen sich beklagen vergessen sie die Zeit, weil sie es irgendwie genießen, genau wie der Patient, der sich über seine Beschwerden auslässt. Er wird jedem Besucher dasselbe erzählen.
Weinen und Dramen wiederholen sich immer wieder. Es wäre besser, etwas anderes dagegen zu unternehmen, als immer wieder darüber zu sprechen, zum Beispiel ein Gedicht zu schreiben oder sonst etwas Kreatives zu tun. Das hilft einem Menschen, glücklich sein und dadurch seine Gebrechen zu vergessen.
Alles, was wiederholt wird, gelangt tiefer ins Bewusstsein. Das ist auch der Grund, warum Mantren oft wiederholt werden. Lass Klagen nicht tiefer in dein Inneres gelangen. Wiederhole stattdessen lieber ein Mantra oder den Namen einer göttlichen Macht.

Gurudev, Ram wurde geboren, um Ravana zu zerstören, Krishna, um Kamsa zu zerstören, Ayyappa, um Mahishi zu zerstören und Bhima, um Keejakkan zu zerstören.
Welchen Dämon wirst du zerstören?

Sri Sri: Unwissenheit, Korruption, Unehrlichkeit und   Gerissenheit. Das sind die Dinge, die heutzutage einen Hemmschuh für die Gesellschaft darstellen.
Wir müssen uns nicht anstrengen, sie zu zerstören, sondern einfach nur das Wissen verbreiten. Verbreite Licht, und die Dunkelheit wird verschwinden.
Es gibt zwei Arten, mit den Dingen umzugehen: Entweder du versuchst, dich von der Dunkelheit zu befreien. In diesem Fall richtest du deine Aufmerksamkeit auf die Dunkelheit. Konzentrierst du dich jedoch auf das Licht und zündest mehr Lichter an, dann verschwindet die Dunkelheit von alleine. Genau das müssen wir tun. Wir müssen eine positive Haltung einnehmen.
Menschen sagen oft, die Religion sei in Gefahr. Sie erschaffen eine Atmosphäre der Angst. Die Alarmglocken treiben Menschen zu Handlungen an, die keine positive Wirkung haben können. Aufgrund von Angst durchgeführte Handlungen können nur zu Bitterkeit führen, während Handlungen, welche die Folge einer positiven Haltung sind, der Gesellschaft Zufriedenheit bringen.

Lieber Gurudev, ist es in Ordnung, wenn ich von dir abhängig bin, oder sollte ich unabhängig sein? Ich versuche ständig, mich zu verbessern. Wie kann ich besser werden?

Sri Sri: „Wie kann ich besser werden?” ist eine gute Frage. Aber lass es nicht bei der Frage bewenden. Wenn du dauernd darüber nachdenkst, was mit dir ist, wirst du dich kritisieren, sobald du einen Fehler begehst. Du wirst zwischen Selbstbeschuldigungen und Selbstmitleid hin und her pendeln und deinem Selbstwertgefühl zu viel Beachtung schenken.
Tue einfach, was du kannst, und entspanne dich. In beiden Fällen bist du selbstbezogen: Wenn du brauchst, und auch, wenn du gebraucht werden willst. Sei einfach!
Eine Blume strengt sich nicht an, um ihren Duft zu verbreiten. Licht strengt sich nicht an, seine Strahlen in unsere Augen zu bringen. Es ist einfach da und  verbreitet sich. Dasselbe gilt für dich: Du musst dich nicht damit auseinandersetzen, ob du abhängig bist oder ob du dir wünschst, erwünscht zu sein. Du musst all diese komplizierten Geisteshaltungen bündeln und zur Seite legen. Stehe zur Verfügung, wenn es darum geht, irgendein gutes Werk zu tun. Sei kreativ.
Ich brauche viele kreative Menschen. Jedes bisschen Kreativität kann für irgendetwas nützlich sein. Und du solltest alles tun, was du tun kannst. Wir brauchen so viele Menschen, um Zimmer zu reinigen. Sprich mit dem entsprechenden Departement und hilf mit, wenn du über freie Zeit verfügst.
Du kannst auch mit den Gärtnern sprechen und beim Bewässern der Pflanzen helfen. Wenn du Seva machen möchtest, gibt es hier unzählige Möglichkeiten. Es bringt nichts, da zu sitzen und dich zu fragen, ob du erwünscht oder nützlich bist, ob jemand dich mag, ob jemand dich liebt oder nicht.
Du meine Güte, solche komplizierten Gedanken sind nur Zeitverschwendung. Ich möchte, dass du glücklich bist und im Wissen wächst.

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