Ernährungsplan für Meditierende

Man hält es kaum für möglich, doch unsere Nahrung beeinflusst das Meditationsverhalten immens. Der nachfolgende Speiseplan wurde speziell für Meditierende entwickelt, um ihr Seelenerlebnis tiefgreifender zu gestalten.

Meditation verläuft nicht an jedem Tag gleich. Manchmal schafft man es einfach nicht, konzentriert zu bleiben. Entweder ist man im Begriff, dabei einzuschlafen oder wird von einer Vielzahl an Gedanken dermaßen abgelenkt, dass Konzentration gar nicht erst zustande kommt. Schnell wird dann nach einer Lösung für das Problem gesucht. Dabei können die Mahlzeiten, die wir über den Tag verteilt zu uns nehmen, wichtige Gründe sein, warum es so schwer ist, sich auf das Meditieren einzustellen. Inwieweit unsere Nahrung eine Rolle bei der Tiefe des Meditationserlebnisses spielt, soll zunächst eine kleine Geschichte verdeutlichen.

Es war einmal...

In Indien lebten drei Freunde. Sie hießen Sattva, Rajas und Tamas. Alle drei standen sich sehr nahe, doch waren sie ebenso von Natur aus unterschiedlich.

Tamas tendierte dazu, viel zu schlafen und verfiel mehr und mehr der Faulheit. Er arbeitete nicht, war lethargisch und lag den ganzen Tag nur herum. Jedoch war er immer der erste am Tisch, als die Essenszeit ausgerufen wurde. Er ernährte sich hauptsächlich von Fleisch und anderen Speisen, die schwer im Magen liegen.

Dahingegen war Rajas ein aufgeweckter Geselle, aber zugleich auch ziemlich unruhig. Er machte sich zu viele Gedanken und tat zu viele Dinge auf einmal. Was das Essen anging, so mochte er scharfe und gut gewürzte Speisen, aber auch Süßwaren mit viel Zucker.

Eine Mischung aus beiden war Sattva. Er verkörperte das Gleichgewicht zwischen Aktivität und Entspannung, da er sehr auf seine Ernährung achtete und nur das aß, was sein Körper an Nährstoffen brauchte. Dazu gehörte frisch gekochtes Gemüse und Getreide, Obst und Säfte. Sattva blieb dadurch gesund, erfrischt und kraftvoll den ganzen Tag über – anders als sein Freund Tamas. Ebenso war er durch seine bewusste Ernährung in der Lage, unbeschwert und logisch zu denken.

Zusammen genommen sind alle drei Teil unseres Lebens. Tamas sorgt für einen erholsamen Schlaf in der Nacht, Rajas ist für einen aktiven Tagesverlauf zuständig und Sattva hält den Energiehaushalt aufrecht. Für die Meditation ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf Sattva zu richten. Je größer sein Anteil ist, desto tiefgehender ist auch die spirituelle Erfahrung.

Ernährung und Charakter in Einklang bringen

Jeder Körpertypus besitzt eine einzigartige, natürliche Konstitution, die aus vata, pitta und kapha besteht. Die Kenntnis darüber, welcher Anteil besonders ausgeprägt ist, kann helfen, die Essgewohnheiten zu verändern um nachhaltig gesund und ausgeglichen zu sein und somit eine tiefe Meditation möglich zu machen.

Charakterzüge Persönlichkeitstyp Unbedenklich Schädlich
♦ Jederzeit hungrig, bei Tag und Nacht
♦ lebhaft und gleichzeitig unruhig
♦ spricht schnell
Merkmale von vata Obst: Banane, Orange und Pfirsich
Gemüse: Spargel, Schoten (mild gewürzt und mit Olivenöl gekocht)

Getreide:Haferflocken, Vollkorn, Reis und Mehl

Milchprodukte:kleinere Mengen an Milch, Käse, Joghurt, Buttermilch und Butter sind erlaubt
Erbsen und Okra-
Obst:
Trockenobst, rohe Äpfel, Melonen und Salate (führen Trockenheit herbei und sind Auslöser für Verstopfung und andere Verdauungsstörungen)
Gemüse: Brokkoli, Blumenkohl und andere Kohlsorten (verursachen Blähungen)
Hülsenfrüchte:Bohnen, Kidneybohnen und Kichererbsen sind schwer verdaulich

Süßungsmittel:Kristallzucker
Gewürze:roter und grüner Pfeffer
♦ am hungrigsten beim Abendbrot, besonders zu späterer Stunde

♦führt ein Leben nach der Uhr (normalerweise ein teures Gut) und bedauert Zeitverschwend ung
♦ nachts aufgrund von Hitze aufwachen und Durst verspüren
♦ übernimmt in bestimmten Situationen die Führung oder hat das Gefühl, das tun zu müssen
→ Merkmale von pitta Obst:Weintrauben, Kokosnuss und Avocado
Gemüse:Spargel, Blumenkohl und andere Kohlsorten
Getreide: Mehl, Reis
und Gerste
Milchprodukte:frische Milch, Butter und Buttermilch
Obst:Zitrusfrüchte
Getreide:Weizenmehl (Pizzaboden und Weißbrot)
Süßungsmittel: Kristallzucker
Gewürze:Salzlake, zu würzige oder bittere Salate, Saucen, Essig, roter und grüner Pfeffer
♦ überlegt lange, bevor eine Entscheidung getroffen wird
♦ wacht langsam auf und bleibt lange im Bett
♦ ist mit der gegenwärtigen Situation zufrieden und beharrt auf Beschwichtigun g anderer
♦ verlangt Nahrung je nach emotionaler Lage
♦ bewegt sich anmutig und hat einen vornehmen Gang, auch bei Übergewicht
Merkmale von kapha Obst: Zitrone, Apfel
und Granatapfel
Gemüse:Kürbis, Rüben und grüner Salat
Getreide:Mais und Hirse
Milchprodukte:Ziegenmilch und ungesalzene Buttermilch
Gewürze:alle Gewürze sind gleichermaßen gut,
besonders Ingwer
Getreide:Weizenmehl (Weißbrot, Pizza und Gebäck)
Milchprodukte:Joghurt
Süßungsmittel:Kristallzucker

Fünf Tipps für eine tiefer gehende Meditation

  • Übertritt zum Vegetarismus - eine gesunde Ernährungweise, die die Meditation fördert
  • Mehr frisches Obst und grünes Gemüse -  ballaststoffreiche Kost in die Ernährung integrieren
  • Viel trinken -  Zwei Liter am Tag sollten es mindestens sein, Fruchtsäfte kohlensäurehaltigen Getränken vorziehen
  • In Maßen essen - ein zu voller Magen erschwert den Einstieg in die meditative Phase
  • Ernährung à la Sattva -  ein sattvischer Ernährungsstil unterstützt tiefe Meditation

Hinweis: Um mehr über die eigene körperliche Verfassung (Prakriti) zu erfahren und eine
persönliche Ernährungsberatung für eine tiefe Meditation zu erhalten, konsultieren Sie bitte einen Ayurveda-Arzt und lassen bei ihm eine Nadi Pariksha (eine altertümliche Art der Pulsmessung) durchführen.