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Diskurs über die Bhagavad Gita in Bali - Tag 1

02.04.2015 Bali, Indonesia

Yoga ist wie ein Ozean. Yoga bereitet dich darauf vor, höheres Wissen zu empfangen. Wenn es dir schlecht geht, praktizierst du Yoga, um  aus deinem Elend herauszufinden, und das ist der erste Schritt.

Wenn du unruhig oder sehr unglücklich bist, bringt dir Yoga eine Art Gelassenheit. Das ist der zweite Schritt.

Der dritte Schritt bringt dich dazu, Fähigkeiten zu erlangen, die du nicht besitzt, denn es sind Handlungen, die dir Zufriedenheit oder Sorgen bringen. Bist du geschickt in deinem Tun, so  werden deine Handlungen dir nur Glück oder zumindest weniger Elend bringen. Du entscheidest, mit welchem Ziel du Yoga praktizierst.

Es gibt auch einen vierten Schritt im Yoga, der dich zum höchsten Wissen führt. Das ganze sechste Kapitel befasst sich mit Yoga. Wie man meditiert, gerade sitzt, Atemübungen macht und ins Bewusstsein eintaucht.

Am Ende des sechsten Kapitels sagt Krishna: "Der größte unter den Yogis ist derjenige, der mich in seinem Geist behält."
Er sprach nur am Ende ein wenig darüber und hörte dann auf.

7.1

Maiyy asakta-manah Partha yogam yunjan mad-ashrayah. Asamsayam samagram mam yatha jnasyasi tach-chrnu

"Der größte Yogi ist derjenige, der sich für mich interessiert. Ich werde also zuerst über den Yogi sprechen, der mir Interesse entgegenbringt und gleichzeitig am höheren Wissen interessiert ist. Ich werde dir erzählen, wie er Dinge dadurch erfährt, dass er Zuflucht bei mir sucht. Später werde ich dir sagen, wer ich bin."

Ich werde dir das gesamte Wissen darbieten, im Bewusstsein, dass es nichts sonst gibt, was man wissen müsste.

7.2

Jnanam te'ham sa-vijnanam idam vaksyamy asesatah. Yaj jnatva neha bhuyo 'nyaj jnatavyam avasisyate

"Ich werde dich das Ganze lehren, sowohl das experimentelle als auch das intellektuelle Wissen. Sie müssen Hand in Hand gehen. Ich werde dir alles erzählen, weil du mir sehr am Herzen liegst und weil du mir vertraust. Du vertraust meinem Urteilsvermögen. Wenn ich etwas sage, dann weißt du, dass es zu deinem Guten ist, und nimmst es an. Deshalb möchte ich es dir vollständig erzählen."

Dann erklärt er:
"Was ist das?" ist Wissenschaft, "Wer bin ich?" kommt vom Geist, und beide ergänzen sich. Subjekt und Objekt: Sie müssen beide verstanden werden.
Schau, wenn der Geist völlig vernebelt ist, kannst du nicht erkennen, was da ist. Wenn ich dich frage, wie viele Bilder sich hier im Raum befinden, dann wirst du antworten: "Ich habe es nicht beachtet!" Bist du aber scharfsinning und wach, so wirst du sagen: "Schau, es hängen zwölf Bilder an der Wand!" Die Schärfe der Beobachtungsgabe zeigt die Stufe unseres Bewusstseins an. Yoga erweitert das Bewusstsein und hebt es an, und sobald das Bewusstsein angehoben ist, wird das Wissen sehr klar und fundiert.

Sobald du das erkennst, brauchst du nichts sonst zu wissen, denn in diesem Zustand verfügst du über die perfekte Intuition.

7.3

Manusyanam sahasresu kascid yatati siddhaye. Yatatam api siddhanam kascin mam vetti tattvatah

Auf dieser Welt gibt es Milliarden von Menschen. Von diesen Milliarden kommen nur wenige auf diesen Pfad, mit dem Ziel Vollkommenheit in ihrem Leben zu erlangen. Und unter diesen wenigen, die nach Vollkommenheit streben, werden wiederum nur wenige mich wirklich kennen oder mich erreichen.
 
Wer bin ich also? Wer ist es, den man erkennen sollte? Also spricht er:
7.4

Bhumir apo 'nalo vayuh kham mano buddhir eva cha. Ahamkara itiyam me bhinna prakrtir ashtadha

" Es gibt diese achtfache Natur von mir. Sie besteht aus Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intellekt und Ego."
Es ist das Selbst, das sagt: Ich bin das, wodurch alles geformt wurde, wo alles bleibt und wohin alles zurückkehrt. Ich bin Erde, ich bin Wasser, ich bin Luft usw.
7.5

Apareyam itas tva anyam prakrtim viddhi me param. Jiva-bhutam maha-baho yayedam dharyate jagat

"Es gibt noch eine andere Natur von mir, und diese stellt die Essenz des Lebens dar und erhält die ganze Schöpfung aufrecht."
Er spricht von dem einen Bewusstsein, woraus alles besteht. Seht euch die vielen Körper an, die hier sitzen. Jedermann verfügt über einen Geist, ein Bewusstsein und über Lebenskraft. Werden all diese Kräfte - nicht nur die menschlichen, sondern auch die der Tiere und alle anderen Kräfte - vereint, dann erkennst du, dass es einen Ozean des Lebens gibt. (Ich bin dieser Ozean.)
 
Hier sagt die Energie also: "Ich bin der Ursprung und das Ziel von allem. Alles entsteht aus mir heraus und löst sich in mir auf."
 
7.6

Etad-yonini bhutani sarvanitya upadharaya. Aham krtsnasya jagatah prabhavah pralayas thata

Alles entstammt also dieser einen Energie und alles zerfällt und geht wieder in diese eine Energie zurück. Diese Energie bin ich.
Dann sagt Krishna: "Wenn das für dich zu schwer verständlich ist, dann werde ich es dir anders erklären. Ich bin die Fluidität in der Flüssigkeit. Ich bin der Strahl im Licht."
 
Schau, Krishna ist ein sehr schlauer Lehrer, denn er lehrt als Freund. Er zwingt sich nicht auf, sondern leitet dich schrittweise und ganz sanft an, indem er beachtet, wo du gerade stehst. Das ist der Grund, warum du einen Guru brauchst: Er versteht, wo du dich gerade befindest, und du musst ihm nichts erklären. Und dann zeigt er dir auf, welcher Schritt für dich gerade ansteht.
Es ist wie bei einer Mutter, die sich zurücklehnt und beobachtet, wie das Kind laufen lernt. Sie geht nicht jedes Mal hin, um dem Kind aufzuhelfen, wenn es hinfällt. Wenn es nur leicht fällt, weiß sie, dass es von alleine aufstehen wird. Sie schaut einfach zu, ist Zeuge, leitet an und unterstützt.
 
Er sagt: "Wenn meine Äußerung, der Ursprung und das Ziel des gesamten Universums, des ganzen Lebens, aller Planeten und aller Dinge zu sein, zu viel für dich ist, dann werde ich dir ein paar weitere Beispiele geben. Ich bin die Fluidität in der Flüssigkeit."
7.8

Raso 'ham apsu Kaunteya prabhasmi sasi-suryayoh. Pranavah sarva-vedesu sabdah khe paurusam nrsu

"Ich bin die Strahlen der Sonne und die des Mondes. In allem Wissen bin ich das Om."
Om ist eine Erfahrung, bei der die Lebensenergie des unteren Körperbereiches die Spitze erreicht. Vom Tiefsten zum Höchsten, von der Erde zur Unendlichkeit: Om ist das, was alles durchdringt.
 
Krishna sagt auch hier wieder: "Ich bin die Macht, die sich hinter dem Mut verbirgt. Wenn du einen mächtigen Mann siehst, so denke nicht, dass er es sei. Ich bin die Tapferkeit, die du erkennst. Ich bin der Klang im Äther. Ich bin der Duft der Erde. Ich bin der Glanz des Feuers. Ich bin das Leben in allen Wesen."
Das ist Einheit, das ist Erleuchtung. Wenn du dich in anderen und in allem erkennst, dann erblühst du zu deinem vollen Potenzial.
Jede empfindsame und bewusste Person denkt, eine andere Person sei genauso wie sie selbst. Deshalb möchte sie anderen Menschen nicht schaden. Warum solltest du anderen nicht schaden? Weil es dasselbe ist, als würdest du dir selbst schaden, denn andere Menschen sind ein Teil von dir, genauso, wie dein Arm ein Teil deines Körpers ist.
Gehe deinen Weg. Sollten sich andere Menschen durch diesen Prozess beeinträchtigt fühlen, so ist das ihr Problem. Wenn du niemandem absichtlich schaden wolltest, dann bist du auf der sicheren Seite.
 
7.10

Bijam mam sarva-bhutanam viddhi partha sanatanam. Buddhir buddhimatam asmi tejas tejasvinam aham

"Ich bin der ewige Keim aller Wesen. Wenn du irgendwo Glanz siehst, solltest du wissen, dass alles aus derselben Quelle kommt. Wenn du jemanden triffst, der sehr intelligent ist, dann erkenne, dass diese Intelligenz ihren Ursprung in der einen Quelle hat, und dass ich diese Quelle bin." 
 
Der Geist sucht immer nach etwas Schönem. Also sagt Krishna hier: "Schau, es ist nicht die Schönheit dieser Person. Es ist meine Schönheit. Also solltest du besser mich ansehen."
Was tut er hier? Er bringt den Geist des Schülers, der überall umherwandert, an einen Ort zurück, zur Quelle, aus der alles gekommen ist, in der alles aufrechterhalten, und zu der alles zurückkehren wird. Das ist der Samen. Von Samen zu Samen: Das ist die ganze Geschichte eines Baumes.
Also sagt er: "Ich bin der Samen, der ewig ist."

 

 

 

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