Wie Ärger dich verletzt

28.07.2013

Du erinnerst dich selbst tausendmal daran, nicht ärgerlich zu werden, aber wenn die Emotion auftaucht, bist du nicht fähig, sie unter Kontrolle zu halten. Sie kommt wie ein Wirbelsturm. Emotionen sind viel mächtiger als deine Gedanken. Was kannst du tun, wenn Ärger in dir hochkommt?
Ärger ist ein Zerrbild deiner wahren Natur, und er erlaubt es dem Selbst nicht, vollkommen durchzuscheinen. Die Struktur des menschlichen Bewusstseins oder des Geistes ist der eines Atoms sehr ähnlich. Die positiv geladenen Protonen und Neutronen befinden sich im Zentrum des Atoms, während die negativ geladenen Partikel sich an der Peripherie befinden. Auch beim menschlichen Bewusstsein, beim Geist und im Leben ist es so: Die negativen Anteile und Untugenden befinden sich nur an der Peripherie. Deine wahre Natur ist Frieden und Liebe.
Ärger zu zeigen ist an sich nicht falsch, aber es verletzt dich nur, wenn du dir deines Ärgers nicht bewusst bist. Manchmal kannst du absichtlich Ärger zeigen. Eine Mutter kann zum Beispiel hart reagieren oder ihre Kinder anschreien, wenn sie ärgerlich über sie wird, oder wenn sie sich selbst in Gefahr bringen. Es gibt Situationen, bei denen es gerechtfertigt ist, Ärger zu zeigen. Aber hast du schon einmal beobachtet, was mit dir geschieht, wenn du ärgerlich bist? Du bist völlig erschüttert. Schau dir die Konsequenzen deines Ärgers an. Bist du glücklich über die Entscheidungen, die du im Zustand des Ärgers getroffen, oder über die Worte, die du dann gesprochen hast? Nein, denn du hast völlig dein Gewahrsein verloren. Wenn du dir jedoch bewusst bist, dass du ärgerlich handelst, dann ist es in Ordnung.

Im gegenwärtigen Augenblick sein

Aller Ärger richtet sich gegen etwas, was bereits geschehen ist. Ist es in irgendeiner Weise sinnvoll, über etwas ärgerlich zu werden, was du nicht ändern kannst? Der Geist pendelt immer zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her. Wenn der Geist in der Vergangenheit ist, ärgert er sich über etwas, was bereits geschehen ist. Das ist jedoch bedeutungslos, da wir die Vergangenheit nicht ändern können. Und wenn der Geist in die Zukunft geht, ängstigt er sich über etwas, was vielleicht geschehen wird, vielleicht aber auch nicht. Sobald der Geist sich im gegenwärtigen Augenblick befindet, erscheinen Angst und Ärger bedeutungslos.
Spirituelle Praktiken helfen dir dabei, deine Zentriertheit aufrechtzuerhalten und dich nicht durch kleine Ereignisse erschüttern zu lassen. Ein wenig Wissen über dich selbst, deinen Geist, dein Bewusstsein und über die Wurzeln der Verzerrung in unserer Natur wird dir an dieser Stelle helfen. Wenn du sehr erschöpft und gestresst bist, verlierst du deinen natürlichen Zustand und wirst ärgerlich. Jedes Individuum ist mit allen Tugenden der Welt ausgestattet. Sie werden einfach nur verdeckt aufgrund von mangelndem Verständnis und Stress. Es ist lediglich notwendig, diese Tugenden zu offenbaren, die schon vorhanden sind.

Das Geheimnis des Atems

Atemübungen und Meditation sind sehr wirksam, wenn es darum geht, den Geist zu beruhigen. Es ist sehr wichtig, etwas über unseren Atem zu lernen. Unser Atem kann uns eine wichtige Lektion lehren, die wir vergessen haben. Für jeden Rhythmus im Geist gibt es einen entsprechenden Atemrhythmus, und für jeden Atemrhythmus gibt es eine entsprechende Emotion. Wenn du also nicht in der Lage bist, deinen Geist direkt zu beeinflussen, so kannst du es über den Atem tun. Meditation bedeutet, den Ärger und die Ereignisse der Vergangenheit loszulassen. Meditation bedeutet, den gegenwärtigen Augenblick zu akzeptieren, und jeden Augenblick ganz und mit Tiefe zu leben. Ärger kommt oft hoch, weil du den gegenwärtigen Augenblick nicht akzeptierst oder nach zu viel Perfektion strebt. Wenn du fröhlich bist, strebst du nicht nach Perfektion. Wenn du dauernd nach Perfektion strebst, hast du keinen Zugang zur Quelle der Freude mehr.
Oberflächlich erscheint die Welt unvollkommen. Alles, was sich jedoch dahinter verbirgt, ist perfekt. Vollkommenheit verbirgt sich, während Unvollkommenheit sich deutlicher zeigt. Ein weiser Mensch wird sich nicht an der Oberfläche aufhalten, sondern die Tiefe erforschen. Die Dinge sind nicht verzerrt, nur deine Sichtweise ist es. Unbegrenzte Handlungen gewinnen in der Ganzheit des Bewusstseins die Oberhand, das Bewusstsein bleibt vollkommen, unberührt. Erkenne das im jetzigen Augenblick und sei natürlich.

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