Erlaube den Menschen nicht, dich auszunutzen!

25 Jul 2014 Bad Antogast, Deutschland

Lieber Gurudev, ich empfinde, dass Menschen mich oft ausnutzen. Für eine Weile mag das in Ordnung sein, aber dann werde ich wütend, wenn sie mich einfach herumschikanieren. Wo soll ich die Grenze ziehen? Ich fühle mich oft schuldig und habe das Gefühl, egoistisch zu sein, wenn ich mich wehre. Wie kann ich zwischen Selbstachtung und Ego unterscheiden?
Gurudev Sri Sri Ravi Shankar:

Nun bringst du zu viele Dinge durcheinander. Zuallererst solltest du erkennen, wann eine Person dich ausnutzt, und wann du Mitgefühl entwickeln solltest. Das ist so, als würdest du mich fragen, wie du das Gleichgewicht halten kannst, wenn du auf dem Fahrrad fährst. Bleibe einfach im Gleichgewicht! Ich kann dir keine Anweisung geben, dich mehr nach links zu neigen, wenn du nach rechts fällst! Halte das Gleichgewicht, so, wie du es tust, wenn du auf dem Fahrrad sitzt!

Wenn Menschen dich ausnutzen, schlage mit der Faust auf den Tisch und sage: "Genug!" Wenn du helfen musst, dann hilf. Es geht nicht immer um Selbstachtung, aber du solltest auch nicht zulassen, dass Menschen dich ausnutzen.

Wenn jemand wirklich Hilfe braucht, ist es in Ordnung, zu helfen, aber wenn dich jemand über Gebühr und dauernd um Hilfe bittet, solltest du nicht mehr darauf eingehen und sagen: "Tut mir leid, so geht das nicht!" Unser Mitgefühl sollte immer mit Weisheit Hand in Hand gehen.

Ich war vor Kurzem in Kalifornien. Unsere AOL Leute waren sehr enthusiastisch und erzählten mir, sie hätten Tausenden von Obdachlosen Nahrung gebracht und wollten das regelmäßig tun. Ich lehnte ab und bat sie, damit aufzuhören. Sie waren schockiert, denn sie dachten, ich würde mich freuen, über ihre Wohltätigkeit zu hören.

Ich sagte: "Ich schätze es, dass ihr das einmal getan habt. Aber nicht öfter. Seht euch diese Menschen an: Sie sind weder alt noch invalid. Es sind starke Männer und Frauen, die arbeiten und ihr Brot selbst verdienen können. Wenn ihr ihnen weiter Nahrung gebt, während sie auf der Straße oder im Obdachlosenheim weilen, werden sie sie annehmen und genießen und weiterhin nichts tun. Ihr werdet sie auf diese Weise verderben.
Ich sagte also nein dazu, weil es sich hier um falsch verstandenes Mitgefühl handelt. Mitgefühl wäre hier, diesen Menschen gewissen Fertigkeiten beizubringen, die sie für ihre Arbeit brauchen könnten, und sie Bhastrika (Atemübung aus dem Art of Living Programm) zu lehren.

Es gibt heute nicht genügend Arbeitskräfte. Es fehlt an Fahrern und an Bauarbeitern, und auch in vielen anderen Berufen fehlt es  an Leuten. Die Menschen sollten hart arbeiten. Hilfe brauchen sie mit Sicherheit, wenn sie invalid oder sehr alt sind, aber nicht, wenn es sich um junge, starke Menschen handelt. Wir kreieren eine falsche Kultur, wenn wir das missachten.

Mitgefühl sollte immer von Weisheit begleitet sein. Weisheit bedeutet, zu wissen, wem, wo, was und wie zu geben.
 

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