Zeit für Frieden

24 Apr 2015 Paris, France

(Fortsetzung von "Interreligiöse und interkulturelle Harmonie")

Es gibt vier Quellen der Energie:

1. Nahrung: Wenn in Indien in früheren Zeiten sich jemand merkwürdig verhielt, fragten die Leute, was die Person gegessen hätte und nicht, warum sie sich so benähme. Das ist irgendwie zutreffend. Die erste Quelle der Energie ist die Nahrung.

2. Schlaf: Jede auch noch so gesunde Person wird nicht mehr normal sein, wenn sie während zwei Tagen vom Schlaf abgehalten wird. Man wird eine drastische Änderung in ihrem Benehmen feststellen können. Schlaf oder angemessene Erholung sind wichtig.

3. Atem: Der Atem ist die dritte Quelle der Energie. Ein paar Minuten Atemübungen und Yoga können den Körper und den Geist mit Energie versorgen und den Geist anheben.

4. Ein glücklicher Geist: Wohlbefinden im Geist bewirkt, dass jemand ruhig und gefasst sein kann. Ein paar Minuten Meditation führen zu Zufriedenheit und Wohlbefinden im Geist.

Dies sind also die vier Quellen der Energie. Die ersten beiden sind den Menschen einigermaßen bekannt, auch wenn sie ihnen nicht allzu viel Beachtung geschenkt haben. Die beiden anderen müssen den Menschen nahegebracht werden. Sie sollten ein Teil unseres Bildungssystems sein.

Nun, es gibt noch einen weiteren Aspekt, der unsere Aufmerksamkeit verdient: Der interreligiöse und multikulturelle Dialog in der Welt. Ich würde von zehn Hauptreligionen und 600 Zweigen all dieser Religionen ausgehen.

Würden unsere Kinder ein wenig über all diese Religionen lernen und erkennen, dass sie alle ein Teil einer einzigen Göttlichkeit sind, so würde die Welt wirklich ein besserer Ort werden, nicht wahr? Eine bessere Welt kann nicht durch Ausschließen, sondern nur durch Assimilation erreicht werden.

Ich hörte einmal eine schöne Geschichte von einem katholischen Priester:

Gott brauchte ein paar gute Ideen. Bei den Auseinandersetzungen in Irland wusste er nicht, wie er die Sache in Ordnung bringen könnte. Deshalb fragte er den katholischen Priester: "Was sollen wir tun?"
Der Priester antwortete: "Oh, das ist ganz einfach. Entferne alle Protestanten aus Irland, und in Irland wird Frieden einkehren."
Da Gott das keine so gute Idee fand, wandte er sich an den protestantischen Priester und bat ihn um gute Vorschläge.
Der protestantische Priester meinte: "Oh, das ist ganz einfach. Entferne einfach alle Katholiken aus Irland."
Gott beschloss nun, Rat beim jüdischen Rabbi einzuholen. Der jüdische Rabbi riet ihm, sowohl Protestanten als auch Katholiken aus Irland zu entfernen, damit das Land Frieden finden könnte.
Gott regte sich sehr auf und fragte sich, was er nun tun sollte.
Schließlich legte er gute Gedanken in den Geist der Menschen, um sie zusammenzubringen.

Es ist also dieser Vorgang der Abspaltung, der ein Ende finden muss. Jedes Glaubenssystem (außer es es handelt sich um einen für die Welt schädlichen Aberglauben), das auf der Welt existiert, hat seine eigene Schönheit und Einzigartigkeit. Multikulturelle und multireligiöse Events müssen immer mehr unterstützt und gefeiert werden.

Jedes Kind, das auch nur wenige Seiten über jede der zehn Hauptreligionen gelernt hat, wird verstehen, dass wir in einer sehr unterschiedlichen Welt leben, und dass wir diese Unterschiede ehren, lieben und wertschätzen sollten. Wenn Kinder mit einer solchen Haltung aufwachsen, können wir dem Terrorismus, der in der heutigen Welt überhandnimmt, eine Ende bereiten. Das ist schon seit langer Zeit mein Traum gewesen.
Ich würde mir von der UNESCO wünschen, diesen einen Gedanken der multireligiösen Bildung der ganzen Weltbevölkerung aufzunehmen, sodass jedes Kind ein wenig über alle Traditionen der Welt lernen und sie feiern kann.

Es sollten auch mehr multikulturelle Festivals stattfinden. In Indien gibt es einen alten Spruch, Vasudeva Kutumbakam, der bedeutet, dass die Welt eine Familie sei. Wenn du eine gute Ausbildung hast und dein Herz weiter wird, dann wird die Welt zu deiner Familie. Die Technologie hat die Erdkugel zu einem Dorf schrumpfen lassen. Distanz ist kein Hindernis mehr. Ich denke, es sind die Menschlichkeit und die menschlichen Werte, die den Geist der menschlichen Bildung ausmachen sollten. Das allein kann diese Welt zu einer Familie werden lassen.

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