Meditation und der Geist

„Meditation bedeutet Ent-Konzentration.“ Sri Sri

Der Geist – das Leben der Gegensätze

Der menschliche Geist ist sehr komplex:

  • Der Geist hat sehr delikate und schöne Aspekte
  • Der Geist hat raue und harte Aspekte

Und im Leben begegnet man beidem. Aber weder das Leben noch diese Gemütszustände fragen um Erlaubnis. In der Tat geschieht es häufig, das sie unter direkter Missachtung unserer Wünsche auftreten. Meditation kann einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Gemütszuständen, d.h. Emotionen, schaffen.

Der delikate Aspekt des Geistes

Du erweckst die sanften, schönen, delikaten Aspekte deines Geistes, wenn du in Berührung mit Sattva kommst. Dann fühlst du dich gut und angehoben. Aber du kannst nicht immer in diesem Zustand sein; sonst wirst du sehr verwundbar. Menschen, die so verfeinert sind, zerfallen schon in ihre Bestandteile, wenn sie jemand scharf anschaut. Sie fangen an zu weinen und fühlen sich am Boden zerstört, und oft stellen sie dann jeglichen Kontakt ein. Wenn du dich sanft und gut fühlst, dann möchtest du, dass jeder dir genauso begegnet. In diesem Moment kann dich eine Kleinigkeit aus der Fassung bringen. Dann fängst du an, dich selbst zu bemitleiden. Die Klage „Keiner versteht mich“ kommt genau von diesem Zustand.

Der harte Aspekt des Geistes

Manchmal bist du so hart und grob, dass du Widerstand in dir spürst. Wenn du dich in diesen rauen Aspekt verrennst, kannst du völlig unempfindlich für die sanften und delikaten Aspekte des Lebens werden. Wenn du dich rau und grob fühlst, dann hast du üblicherweise gerade eine schwere Zeit hinter dir. Angenommen du hattest einen sehr harten Tag im Büro, dann nimmst du diesen harten Aspekt deines Geistes auf deiner Heimfahrt im Auto mit, bringst ihn mit nach Hause und lässt ihn an Frau und Kindern aus.

Wenn du rau und widerwillig wirst:

  • Beobachte, wie lange das anhält
  • Beobachte, wie sehr das deine Stimmung und dein Verhalten im täglichen Leben beeinflusst

Einen Ausgleich der Gemütszustände schaffen

Die ganze Übung im Leben besteht darin, die Fähigkeit zu entwickeln, zwischen den sanften und harten Aspekten des Geistes hin und her zu schalten.

Das Geschick, das du entwickeln solltest, ist die Fähigkeit, in einem Augenblick hart und rau zu sein und im nächsten Moment umschalten zu können und sanft, schön und widerstandslos zu werden. Dieser Schalter bedeutet, den Ja-Zustand des Geistes einzuschalten, der dein wahres inneres Wesen ist.

Ironischerweise folgen diese beiden Zustände aufeinander.

Du fängst mit dem delikaten Zustand an, und wenn dich jemand nicht verstehst, wirst du grob.

Genauso grobe Menschen – wenn sie bemerken, dass sie sehr grob waren, werden sie fein und sanft.

Kinder sind Experten darin, dich diese gegensätzlichen Aspekte des Geistes fühlen und erfahren zu lassen. Wenn du zu Hause Kinder hast, können sie dich grob und hart machen, und im nächsten Augenblick sehr sanft und behutsam – weil du die innere Verbundenheit fühlst.

Das Gleiche gilt für Menschen, die du am meisten liebst:

  • In einem Augenblick kannst du tiefe Verbundenheit fühlen
  • Kurz danach bekommst du einen Zornausbruch oder andere Anfälle

Du kannst diesen Zyklus innerhalb von zwei Minuten durchlaufen.

Meditation als Mittel zum Ausgleich der Gemütszustände

Durch Meditation und Loslassen kannst du zwischen dem rauen und groben Aspekt und dem feinen Aspekt in dir hin und her schalten. Du kannst Position beziehen, wenn nötig, und du kannst dich entspannen, wenn nötig. Diese Fähigkeit liegt in jedem, und Meditation befähigt dich, diese Rollen anstrengungslos zu spielen. Wenn du dich also sehr grob, widerstrebend oder zornig fühlst, setze dich hin und entspanne, beobachte und lass geistig los.

Der Geist und Verstehen

Lasst uns das vollständig verstehen, um dieses Wissen bewusst in unser Leben einfließen zu lassen. Es gibt drei Arten von Verstehen – intellektuell, experimentell (durch Erfahrung) und existenziell.

  • Intellektuelles Verstehen: Du denkst, du weißt, aber alles was du hörst ist, ist ein Wirrwarr von Wörtern.
  • Experimentelles Verstehen: dies ist die Ebene der Gefühle. Du fühlst, dass deine Erfahrung offensichtlich ist. Wenn du eine Erfahrung gemacht hattest, willst du mehr davon verstehen und wirst zum Sucher.
  • Existenzielles Verstehen: dies beinhaltet beides – intellektuelles und experimentelles Verstehen, aber es ist jenseits beider. Es ist unabweislich – existenzielles Verstehen wird zu deiner eigentlichen Natur. Wenn eine Frucht reif ist, fällt sie. Während diese Frucht gemäß ihrem eigenen karmischen (auf Ursache und Wirkung basierendem) Fahrplan reift, können wir den Reifeprozess durch Meditation beschleunigen.

Meditation schärft den Geist durch Fokussieren und weitet ihn durch Entspannung:

  • Ein erweiterter Geist ohne Schärfe kann keine ganzheitliche Entwicklung hervorbringen
  • Gleichzeitig erzeugt ein scharfer Geist ohne Ausdehnungsfähigkeit Spannung, Zorn und Enttäuschung
  • Das Gleichgewicht eines scharfen Geistes und erweiterten Bewusstseins bringt Vollkommenheit.



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