Tipps zum Wutabbau

Ärger kann sich schnell aufhäufen, sodass man kaum in der Lage ist, sich in Zaum zu halten. Meditation ist ein Weg, um die angestaute Wut in den Griff zu bekommen.

Wenn wir richtig in Rage geraten sind, bleibt meist ein Gefühl der Reue und Traurigkeit zurück, weil uns das Gesagte und Getane leid tut. In der Kindheit hat man stets eingebläut bekommen, dass man sich nicht aufregen soll, doch die Frage nach dem „Wie“ blieb unbeantwortet. Wenn die negativen Gefühle erst einmal hereinbrechen, wird man sie so schnell nicht wieder los.

Wut verstehen

Nicht jeder kann gemachte Fehler einfach so wegstecken. Dann kommt es meistens zu einem Wutausbruch, wo sich der Ärger einen Weg nach außen bahnt, wenn er ein Ventil gefunden hat. Nach dieser Entladung fühlt man sich vielleicht für einen kurzen Moment besser, doch die „Nebenwirkungen“ wie Zittern und Gewissensbisse kommen kurz darauf zum Vorschein.

Wenn uns die Wut übermannt, sind wir uns unserem Verhalten nicht bewusst. Der erste Schritt zur Besserung liegt in dem Verstehen, dass wütendes Gebaren die Fehler nicht ausmerzen kann. Als nächstes müssen wir zu dem Wissen gelangen, dass wir die entstandene Situation nur dann akzeptieren können, wenn wir sie bewusst wahrnehmen. Das hört sich am Anfang leichter gesagt als getan an. Zudem tut sich die Frage auf, wie man das eben Gesagte in die Tat umsetzen kann. Natürlich ist es nicht leicht, sich direkt mit seinen negativen Gefühlen konfrontiert zu sehen. Aus diesem Grund bedarf es der Hilfe von bestimmten Techniken.

Es gibt insgesamt drei Aspekte, welche die Ausgeglichenheit stören:

  • körperliche und geistige Unruhe
  • vergangene, aber noch immer dominante Vorstellungen von Wut
  • Mangel an Bewusstsein und Akzeptanz von Fehlern

Nahrung für die Seele - mal anders

Es ist doch seltsam, wie wir Menschen an einigen Tagen ruhig und entspannt sein können, während wir an anderen deutlich gereizt sind. Schuld daran ist unsere Nahrung. Ihre Inhaltsstoffe beeinflussen unseren Geist und die Emotionen in dem Sinne, dass beim Verdauen Stoffe freigesetzt werden, die für eine körperliche und geistige Unruhe sorgen. Sogenanntes „anger management“ lässt schon allein dadurch betreiben, indem man bestimmte Lebensmittel meidet. Unter anderem gehören nicht-vegetarische, stark gewürzte und fettige Speisen dazu.

Schönheitsschlaf für Körper und Geist

Viele von uns leiden, selbstverschuldet oder nicht, unter Schlafmangel und das macht sich durch Unausgeglichenheit und Agressivität am nächsten Tag bemerkbar. Müdigkeit und keine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen führen zu einem Seelenzustand der Irritation und Aufregung. Sechs bis acht Stunden Schlaf pro Tag sind wichtig, um dem Körper genügend Ruhe zu verschaffen, sodass man am Morgen weniger gereizt ist.

Locker aus der Hüfte

Um Reizbarkeit zu vertreiben würde ein Yogaprogramm von 10 bis 15 Minuten völlig ausreichen. Einige Sonnengrüße können dabei den Anfang machen. Der Vorteil von Yoga Asanas im Gegensatz zu normaler sportlicher Aktivität ist der, dass diese Übungen mit der Atmung einhergehen und so der körpereigene Energiehaushalt durch die notwendigen Bewegungen angekurbelt wird.

Ruhig Blut

Pranayamas, wie Bhastrika und Nadi Shodhan, sind in der Lage, geistige Rastlosigkeit zu verringern. Solange der Geist beruhigt ist, steht die Chance gut, weniger gereizt und wütend zu sein.

Tief durchatmen!

Ein paar tiefe Atemzüge gelten als Soforthilfe bei Wut. Nicht umsonst sagt man des Öfteren „Tief Luft holen“, um eine aufgebrachte Person zu beruhigen. Wenn sich eine Welle des Zorns anbahnt, einfach die Augen schließen, tief durchatmen und darauf warten, dass sie sich von selbst in Luft auflöst. Diese Art der Atmung befreit von Stress und hilft, einen kühlen Kopf in jeder Situation zu bewahren.

Eine Reise ins Reich der Mitte

Regelmäßiges Yoga-Training, Pranayamas und eine ungestörte Nahrungsaufnahme können Unruhe eindämmen, doch das Wichtigste dabei ist die anhaltende Wirkung eines ausbalancierten, harmonischen Geistes. Erreichen lässt sich dieser mit Meditation. 20 Minuten täglich praktiziert genügt sie für den ganzen Tag.

Heute schon ge-“om“t?

Ein weiteres akutes Mittel, um Wut im Bauch loszuwerden, ist „Ommen“. Der Prozess an sich dauert ein bis zwei Minuten, doch er verspricht sofortige Wirkung. (Im folgenden Video wird gezeigt, wie man den „Om“-Prozess richtig durchführt:)