Meditation und Achtsamkeit

Ist es nicht interessant, wie sehr wir uns in einem Film verlieren können? Manchmal identifizieren wir uns so sehr mit den Charakteren auf der Leinwand, dass wir wütend werden, wenn sie Fehler machen, und weinen, wenn sie verlieren. Wir genießen einen Film durch und durch, dennoch sind wir uns bewusst, dass wir nur Zuschauer sind und nach dem Film wieder in unser Leben zurückkehren.

Unser Leben ist eine komplexe und einzigartige Mischung unterschiedlicher Ereignisse. Einige davon sind angenehm, andere nicht so sehr. Wenn es doch nur so wäre, dass auch unser Glücksempfinden von all dem unberührt bliebe! Wie erlangt man einen solchen Zustand der Gleichmut und Achtsamkeit? Meditation ist die Antwort. Meditation schult unsere Achtsamkeit, die uns wiederum lehrt, dass sich alles um uns herum verändert, und wir die Zeugen dieser Abfolge von Ereignissen sind.

Im Folgenden finden Sie einige Erfahrungsberichte von Menschen, die seit vielen Jahren meditieren und deren Achtsamkeit im Leben dadurch gewachsen ist.

Deepti Sachdev, Delhi (Deepti meditiert seit 14 Jahren.): Vor einiger Zeit waren mein Mann und ich mit dem Motorroller unterwegs, und wir hatten einen Unfall. Wir gerieten ins Schleudern, und nur einige Meter entfernt näherte sich uns ein Bus. Und doch geriet ich nicht in Panik oder hatte Angst. Ich hatte einfach das Gefühl, es handelte sich um ein Ereignis, das stattfand und auch ein Ende hatte. Das war zumindest der erste Gedanke, der mir in dem Moment kam. Dieser Sprung vom Verwickeltsein in ein Ereignis hin zu der Frage „was kann ich tun?“, diese Form der Achtsamkeit ist Ergebnis täglicher Meditation.

Sri Sri Ravi Shankar – Achtsamkeit ist meditative Aufmerksamkeit. Wenn du achtsam bist, ist da eineplötzliche Veränderung in dir. Du gehst von der Szenerie zum Standpunkt des Sehers. Jetzt bist du der Seher. Die Szenerie, du schaust mich an und versuchst zu verstehen, was ich sage. Lenke deine Aufmerksamkeit zurück zu dir selbst.

Der spirituelle Lehrer Sri Sri Ravi Shankar sagt dazu: „Achtsamkeit ist meditative Bewusstheit. Bist Du achtsam, dann findet in Dir ein plötzlicher Sichtwechsel statt. Deine Achtsamkeit, Dein Fokus verlagern sich von der Szenerie hin zu dem, der beobachtet. Jetzt bist Du der Beobachter. In diesem Augenblick beispielsweise bin ich als Redner die Szenerie derjenigen, die zuhören. Es gilt, Achtsamkeit zu üben und die Aufmerksamkeit weg von der Szenerie auf Dich selbst zu richten.“

Sri Sri Ravi Shankar erklärt: „Dein Geist folgt einem bestimmten Muster. Entweder er sagt die ganze Zeit über ja oder nein zu etwas oder er führt einen Dialog mit sich selbst. Sich dessen bewusst zu werden, bedeutet, nicht mehr in der Szenerie, also der Bewertung oder dem Dialog gefangen zu sein, sondern zum Beobachter all dessen zu werden. Dieser Sichtwechsel, diese Form von Achtsamkeit entsteht mit Yoga, Meditation und regelmäßigen Atemübungen.“

Monica Patel, Bangalore (Monica meditiert seit sechs Jahren.): Ich erinnere mich. Es gab einen Tag an der Uni, da verwandelte sich eine harmlose Debatte in eine hitzige Diskussion. An diesem Tag nahm ich etwas ganz Besonderes wahr. Obwohl ich Teil der Diskussion war, beobachtete ich das Ereignis gleichzeitig von außen. Es gab einen Moment, in dem ich trotz meiner Teilnahme am Geschehen auch als Zuschauerin dabeistand. Nach der Diskussion waren die Spuren des Ereignisses in jedermanns Gesicht abzulesen, aber ich war ganz gelassen, sprach mit jedem und vergaß sogar, wer gegen mich Partei ergriffen hatte. Das war magisch! Diesen Geisteszustand mag ich am liebsten. Und mit regelmäßiger Meditation ist es leicht, immer in diesem Zustand der Achtsamkeit zu sein.

Sri Sri Ravi Shankar: „Die regelmäßige Yogapraxis weckt das Mitgefühl in Dir. Sie schärft den Verstand. Außerdem handelst Du mehr nach Deinem Bauchgefühl und übst mehr Achtsamkeit. Du wirst freundlicher und hast mehr Selbstvertrauen.“

Meditation leicht gemacht

  • Meditation passiert einfach. Versuchen Sie nicht, sie mit aller Kraft passieren zu lassen. Sie geschieht ganz automatisch beim Beten, Chanten oder Singen.
  • Meditieren Sie, wenn Sie sich gut fühlen. In jedem Fall jedoch, wenn Sie sich nicht gut fühlen. Dann entfaltet die Meditation ihr volles Potenzial, denn sie verwandelt Ihre Stimmung sofort.
  • Meditation „schnell schnell“ zu machen, funktioniert nicht. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Meditation und suchen Sie sich einen ruhigen und bequemen Platz.
  • Halten Sie sich 20 Minuten jeden Tag für die Meditation frei. Vor den Mahlzeiten zu meditieren, ist ratsam, da sonst der Magen arbeitet, und der Geist keine Ruhe findet. Geführte Onlinemeditationen zum Ausprobieren finden Sie hier.
  • Allein zu meditieren, ist wunderbar. Je mehr Personen jedoch zusammen Meditation üben, umso positiver ist die Energie, die Sie um sich herum schaffen.

Sie wollen meditieren lernen, wissen aber nicht, wo und wie? Wir sind gerne für Sie da:

Unsere Sahaj Samadhi Meditationskurse können Sie in jedem Art-of-Living-Zentrum in Ihrer Nähe besuchen. Benötigen Sie Kursinformationen oder wollen Sie Feedback geben? Schreiben Sie uns gerne an: kontakt@artofliving.org.