Was bedeutet es, ein Yogi zu sein?

Ein Holzstab lehnt an einer schlichten Steinhütte im Morgenlicht
Kurzantwort: Ein Yogi ist für Gurudev Sri Sri Ravi Shankar jemand, der geradeheraus ist, aber nicht hart – stark und zugleich sanft, kindlich einfach und zugleich weise. Das sichtbare Zeichen dafür ist ein unauslöschliches Lächeln im Gesicht: Yoga macht deine Gefühle weicher und friedlicher, sodass du in deinen Emotionen aufblühst.

Was Gurudev dazu sagt

Kennst du das: Du triffst jemanden, der ganz ruhig wirkt, aber gleichzeitig völlig klar und direkt ist – nichts Wischiwaschi, aber auch nichts Hartes? Gurudev beschreibt genau diese Mischung als Kennzeichen eines Yogis.

Ein Yogi ist jemand, der nicht starr ist, aber gleichzeitig auch nicht weich oder wankelmütig; er ist sehr geradeheraus. Er hat Stärke und ist dennoch sanft. Er hat eine kindliche Unschuld und dennoch Tiefe in der Weisheit. Er ist kindlich, nicht kindisch. Er hat eine kindliche Einfachheit und ist dennoch weise.

Englisches Original

A yogi is one who is not rigid but at the same time who is not very mushy or wishy-washy; he is very straight forward. He has strength, yet is soft. He has a childlike innocence, yet depth in wisdom. He is childlike, not childish. He has a childlike simplicity, yet is wise.

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚A Sign Of Evolution', Dec 13 201"

Und woran erkennst du das konkret, im Alltag, im Gesicht eines Menschen? Gurudev nennt ein ganz bestimmtes Zeichen.

Wenn du behauptest, ein Yogi zu sein, dann solltest du ein unauslöschliches Lächeln im Gesicht tragen. Ich würde sagen, das ist das Zeichen eines Yogis. Yoga macht deine Emotionen weicher und friedlicher, und du blühst in deinen Gefühlen auf.

Englisches Original

If you claim that you are a Yogi, then you should have an undying smile on your face. I would say, that is the sign of a Yogi. Yoga makes your emotions softer and more peaceful, and you blossom in your emotions.

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚How Yoga Can Benefit You', Jun 10 201"

Darin liegt das Bild, das Gurudev von einem Yogi zeichnet: kein Gegensatz zwischen Stärke und Sanftheit, sondern beides gleichzeitig. Kein aufgesetztes Lächeln, sondern eines, das aus weicheren, friedlicheren Emotionen ganz von selbst entsteht.

Was du konkret tun kannst

  1. Übe Geradlinigkeit ohne Härte. Sag, was du meinst, ohne dabei hart oder verletzend zu werden. Das ist die Balance, die Gurudev beschreibt.
  2. Lass Stärke und Sanftheit nebeneinander bestehen. Du musst dich nicht entscheiden zwischen „stark sein“ und „weich sein“. Probier aus, beides gleichzeitig zuzulassen.
  3. Bewahr dir eine kindliche Einfachheit. Kindlich, nicht kindisch – das heißt, offen und unbeschwert zu bleiben, ohne die eigene Reife zu verlieren.
  4. Beobachte dein Lächeln. Frag dich ab und zu, ob dein Lächeln gerade aus innerer Weichheit kommt oder nur aufgesetzt ist. Das kann dir zeigen, wo du gerade stehst.

Häufige Fragen

Was ist Yoga wirklich – mehr als nur Körperübungen? Gurudev sagt, wahres Yoga bringt Elastizität in den Geist, nicht nur in den Körper – sein eigentlicher Zweck ist es, Leid gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Körperhaltungen, die viele mit Yoga gleichsetzen (Hatha-Yoga), sind für ihn nur ein kleiner, sichtbarer Teil des achtgliedrigen Ashtanga-Yoga. Oft wird dieser eine Teil fälschlich für das Ganze gehalten.

Was bedeutet Yoga als Vereinigung von Körper, Geist und Seele? Gurudev definiert Yoga schlicht als die Vereinigung des kleinen Geistes mit dem großen Geist – als Harmonie zwischen Körper, Atem und Geist. Auch das Wort selbst weist darauf hin: Es hängt mit „Joch“ zusammen, was vereinigen bedeutet. Yoga verbindet für ihn Herz, Geist, Körper und Seele – und uns mit den Menschen um uns herum.

Was bedeutet das Wort Yoga? Für Gurudev bedeutet Yoga nicht, sich mit etwas Äußerem zu verbinden, sondern zum eigenen wahren Selbst zurückzufinden – wie ein Kreis, der sich schließt. Gleichzeitig beschreibt er Yoga ganz einfach als die Vereinigung des kleinen Geistes mit dem großen Geist, als Harmonie zwischen Körper, Atem und Geist.

Warum sagt man, Yoga sei die Beruhigung der Gedankenwellen im Geist? Gurudev beruft sich auf Patanjalis Definition: Yoga heißt, den Geist aus den Fesseln seiner Modulationen zu befreien oder zu zügeln. Er nennt die klassischen Neigungen des Geistes – Beweis, falsches Wissen, Fantasie, Schlaf, Erinnerung – als das, wovon man sich lösen muss. Dieses Zügeln der Gedankenwellen ist für ihn das Wesen von Yoga.

Verwandte Fragen

Quellen

Die Zitate auf dieser Seite stammen aus:

  • artofliving.org (offizielle Website) — „A Sign Of Evolution" (Dec 13 2014)
  • artofliving.org (offizielle Website) — „How Yoga Can Benefit You" (Jun 10 2016)