Wie finde ich Anschluss, wenn ich introvertiert bin?

Weiße Wiesenmargeriten wachsen dicht beieinander, eine Knospe berührt sanft ihre Nachbarn im Morgenlicht
Kurzantwort: Für Gurudev Sri Sri Ravi Shankar ist Introvertiertheit oft nur ein Etikett, das du dir selbst aufgeklebt hast. Leg es ab, fass Mut und sprich einfach jemanden an – auch wenn es sich ungeschickt anfühlt. Nicht perfekte Worte öffnen Kontakt, sondern der Mut, den ersten Schritt zu wagen.

Was Gurudev dazu sagt

Kennst du das: Du stehst am Rand eines Gesprächs, denkst dir im Kopf hundert Sätze zurecht – und keiner davon kommt heraus, weil du dich schon vorher als „schüchtern" abgestempelt hast? Genau bei diesem Etikett setzt Gurudev an.

Nimm das Etikett ab, das du dir auf die Stirn geklebt hast und das sagt: „Ich bin schüchtern." Wer hat gesagt, dass du schüchtern bist? Bring einfach all deinen Mut auf und geh und rede etwas Törichtes mit jemandem. Komm schon, tu im Leben etwas Törichtes!

Englisches Original

Take off that label that you’ve put on your forehead saying “I’m shy.” Who said you’re shy? Just bring up all the courage in you and go talk foolishly to somebody. Come on, in life, do something foolish!

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚Weekly Wisdom: Dealing with Difficult Emotions' (2021-08-05)"

Für Gurudev ist Schüchternheit kein starrer Wesenszug, sondern etwas, das du dir selbst zugeschrieben hast. Sein Rat ist denkbar einfach: nicht auf den perfekten Moment oder die perfekten Worte warten, sondern einfach reden – und wenn dabei auch mal etwas Törichtes herauskommt, ist das für ihn kein Beinbruch, sondern Teil des Mutigseins.

Was du konkret tun kannst

  1. Leg das Etikett „schüchtern" ab. Du hast es dir selbst gegeben – und was du dir selbst gegeben hast, kannst du auch wieder ablegen. Sieh es als Gewohnheit, nicht als festen Wesenszug.
  2. Fass den Mut und sprich als Erstes. Warte nicht auf den perfekten Anlass oder die perfekte Formulierung. Geh einfach hin und sag etwas – irgendetwas.
  3. Erlaube dir, auch mal etwas Törichtes zu sagen. Es muss nicht klug oder pointiert klingen. Der erste Satz öffnet die Tür, nicht seine Qualität.
  4. Übe in kleinen Schritten. Ein kurzer Gruß, eine Frage, ein Kommentar – jeder kleine mutige Moment macht den nächsten etwas leichter.

Häufige Fragen

Was ist das Selbst im spirituellen Sinn? Gurudev beschreibt inneren Frieden nicht als einen Zustand, den du erst erreichen oder werden musst – er ist deine eigentliche Natur und kann dir nicht genommen werden. Das Ziel innerer Praxis ist für ihn deshalb nicht, stressfrei zu werden, sondern zu erkennen, dass du unter der Oberfläche der Aufregung bereits stressfrei bist. Dieses Erkennen zeigt sich, sobald du falsche Selbstbilder loslässt und einfach entspannst.

Was tun gegen Einsamkeit? Gurudev sieht Mitgefühl – auch dir selbst gegenüber – als das, was ein Umfeld schafft, in dem Menschen sich gehört und eingebunden fühlen, was die Wucht von Einsamkeit abmildert. Fühlst du dich gerade nicht verbunden, rät er, nicht dagegen anzukämpfen, sondern dich einfach hineinzulegen – ähnlich wie beim Einschlafen, das du ohnehin allein erlebst.

Wie ertrage ich Einsamkeit, wenn ich allein lebe? Wenn du dich unverbunden fühlst, rät Gurudev, nicht dagegen anzukämpfen, sondern dich einfach hineinzulegen – vergleichbar mit dem Einschlafen, das du ohnehin allein erlebst. Statt traurig zu werden, empfiehlt er, das Gefühl mit einem Lächeln anzunehmen und zu meditieren – das bringt für ihn Zentriertheit und innere Stärke.

Wie gehe ich mit Einsamkeit nach einem Umzug um? Gurudev nennt eine direkte Übung gegen Einsamkeit: dich hinsetzen, meditieren, Bhajans hören und die Aufmerksamkeit nach innen richten. Dazu erklärt er, dass die Gesellschaft anderer Menschen Einsamkeit nur vorübergehend füllt – wirklich auflösen lässt sie sich erst, wenn du lernst, dich auch mit dir selbst wohlzufühlen.

Verwandte Fragen

Quellen

Die Zitate auf dieser Seite stammen aus:

  • artofliving.org (offizielle Website) — „Weekly Wisdom: Dealing with Difficult Emotions" (2021-08-05)