Was bedeutet Karma im Hinduismus?

Ringe eines Steinwurfs erreichen sanft ein Boot am fernen Ufer.
Kurzantwort: Gurudev Sri Sri Ravi Shankar erklärt Karma als das Prinzip von Handlung und ihren Eindrücken: Was du tust, hinterlässt Spuren, die zurückkommen. Befreiung erlangst du laut Gurudev durch Nishkama-Karma – Handeln ohne Anhaftung an die Früchte der Handlung. Wie Krishna zu Arjuna in der Bhagavad Gita sagt: Du hast ein Recht auf deine Pflicht, nicht auf ihr Ergebnis.

Was Gurudev dazu sagt

Kennst du das: Du tust etwas Gutes und erwartest im Stillen doch ein bisschen Anerkennung oder einen Vorteil dafür? Genau an diesem Punkt setzt Gurudev an, wenn er Karma im Hinduismus erklärt – und zeigt, dass echte Befreiung woanders beginnt.

Sri Sri Ravi Shankar: Befreiung erlangt man durch Nishkama-Karma (Handeln, das ohne jede Hektik und ohne Anhaftung an die Früchte der Handlung geschieht).

Englisches Original

Sri Sri Ravi Shankar: Liberation is acquired by Nishkama-Karma (Action which is done without any feverishness or attachment to the fruits of the action).

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚The World Is A Reflection Of Our Feelings' (Aug 24 2013)"

Diese Haltung ist für Gurudev nicht neu erfunden, sondern uralt – sie steht im Zentrum der Bhagavad Gita, wenn Krishna zu Arjuna auf dem Schlachtfeld spricht.

Krishna sagte zu Arjun: „Du hast das Recht, deine Pflicht zu erfüllen, aber du hast keinen Anspruch auf die Früchte deiner Handlungen." Die Gita lehrt uns, Gleichmut zu bewahren, unabhängig von den Umständen.

Englisches Original

Krishna said to Arjun, "You have the right to perform your duty, but you are not entitled to the fruits of your actions." Gita teaches us to maintain equanimity irrespective of circumstances.

„Aus dem Wissensarchiv von Gurudev Sri Sri Ravi Shankar — ‚Bhagavad Gita - Finding Harmony amidst Chaos' (2024-12-11)"

Doch wie geht man im Alltag mit der Frage um, welches Karma welche Folgen hat? Gurudev macht klar: Selbst die klügsten Menschen können das nicht vollständig durchschauen – und genau deshalb rät er zu etwas anderem.

Sogar in der Bhagavad Gita heißt es: „Gahana Karmano Gatih" – selbst der größte Mensch auf Erden ist verwirrt darüber, welches Karma was bewirkt. Am besten ist es also, alles Karma hinzugeben. Hör auf, über all die Karmas nachzudenken, tu deinen Dharma und geh weiter.

Englisches Original

Even in the Bhagavad Gita it is said, 'Gahana Karmano Gatih' , even the greatest man on earth is confused on which karma does what. So, best is to surrender all the karma. Drop thinking about all the karmas and do your dharma and move on.

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚All foolish people are there in the world to make you skillful' (Mar 5 2012)"

Für Gurudev bedeutet Karma im Hinduismus also nicht, jede einzelne Handlung genau berechnen zu müssen. Es bedeutet, zu handeln, ohne sich an das Ergebnis zu klammern – und den eigenen Dharma, die eigene Pflicht, einfach zu tun und weiterzugehen.

Was du konkret tun kannst

  1. Handle, ohne dich innerlich ans Ergebnis zu klammern. Gurudev beschreibt Nishkama-Karma als Handeln ohne Hektik und ohne Anhaftung an die Früchte – probier aus, wie sich eine Aufgabe anfühlt, wenn du dich ganz auf sie einlässt, statt schon aufs Resultat zu schauen.
  2. Erfüll deine Pflicht, statt das Ergebnis zu kontrollieren. Nach Krishnas Worten in der Bhagavad Gita hast du ein Recht auf deine Pflicht, nicht auf ihre Früchte – das kann dir helfen, bei Rückschlägen gelassener zu bleiben.
  3. Hör auf, jedes Detail deines Karmas ergründen zu wollen. Gurudev sagt, selbst der klügste Mensch sei verwirrt darüber, welches Karma was bewirkt – gib das Grübeln darüber ab und richte den Blick stattdessen auf deinen nächsten Schritt.
  4. Tu deinen Dharma und geh weiter. Statt bei vergangenen Handlungen zu verweilen, rät Gurudev, das eigene Karma loszulassen und sich der eigenen Aufgabe im Hier und Jetzt zuzuwenden.

Häufige Fragen

Warum passieren manchen Menschen scheinbar unverdiente schlechte Dinge? Gurudev führt die Frage nach dem Warum auf ihren Kern zurück: Es gibt im Grunde nichts, worüber du dir wirklich Sorgen machen musst, denn angenehme wie unangenehme Ereignisse entstehen laut Gurudev einfach nach deinem eigenen Karma und ziehen durch dich hindurch. Am Beispiel von Verletzungen erklärt er: Was dir jetzt widerfährt, gleicht die Natur mit etwas aus, das du früher selbst verursacht hast – dieses Verständnis kann aus Opfergefühl eine Art innerer Gelassenheit machen.

Was ist Karma einfach erklärt? Gurudev erklärt, Karma bedeute schlicht Handlung: Vergangene, gegenwärtige und zukünftige Handlungen hinterlassen jeweils Eindrücke und greifen zugleich auf frühere Eindrücke zurück, die das formen, was sich gerade entfaltet. Am Beispiel von Verletzungen zeigt er außerdem: Was dir jetzt widerfährt, ist oft eine Ausgleichsbewegung der Natur für etwas, das du früher selbst verursacht hast.

Was ist Karma? Gurudev erklärt, dass es im Grunde nichts gibt, worüber du dir wirklich Sorgen machen musst, weil angenehme wie unangenehme Ereignisse einfach nach deinem eigenen Karma entstehen und durch dich hindurchziehen. Karma bedeute dabei schlicht Handlung: Vergangene, gegenwärtige und zukünftige Handlungen hinterlassen Eindrücke und greifen zugleich auf frühere Eindrücke zurück.

Was bedeutet Karma? Gurudev erklärt Karma als den Eindruck, den vergangene Handlungen hinterlassen und der ähnliche Situationen in die Zukunft zieht, während gegenwärtige Handlungen wiederum neue Eindrücke im Geist erzeugen. Karma bedeute dabei schlicht Handlung – ein fortlaufendes Zusammenspiel aus dem, was war, was ist, und was noch kommen wird.

Verwandte Fragen

Quellen

Die Zitate auf dieser Seite stammen aus:

  • artofliving.org (offizielle Website) — „The World Is A Reflection Of Our Feelings" (Aug 24 2013)
  • Wissensarchiv von Gurudev Sri Sri Ravi Shankar — „Bhagavad Gita - Finding Harmony amidst Chaos" (2024-12-11)
  • artofliving.org (offizielle Website) — „All foolish people are there in the world to make you skillful" (Mar 5 2012)