Kann Meditation bei ängstlichen Gedanken helfen?

Ein Vogel sitzt ruhig auf einem sanft schwankenden Ast im Morgenlicht.
Kurzantwort: Viele erleben Meditation und Pranayama als beruhigend, wenn innere Unruhe oder Nervosität aufkommt – Gurudev Sri Sri Ravi Shankar empfiehlt dafür vor allem regelmäßiges Ujjayi-Atmen und Meditation. Er beschreibt sie als Weg, aus dem ständigen Pendeln zwischen Sorge um die Zukunft und Ärger über die Vergangenheit auszusteigen und mehr in der Gegenwart anzukommen.

Was Gurudev dazu sagt

Kennst du das: Dein Herz schlägt plötzlich schneller, obwohl objektiv nichts Schlimmes passiert – nur Nervosität, die einfach da ist. Hält so ein Gefühl länger an, ist es sinnvoll, das auch ärztlich abklären zu lassen. Für den Moment selbst nennt Gurudev Sri Sri Ravi Shankar eine ganz konkrete Atemtechnik.

Sri Sri Ravi Shankar: Ujjayi Pranayam. Praktiziere es immer wieder mehrmals, und du wirst bemerken, dass es sich schon ab der ersten Sitzung zu verringern beginnt. Außerdem regelmäßige Meditation.

Englisches Original

Sri Sri Ravi Shankar: Ujjayi pranayam. Keep doing it several times now and then and notice it will start reducing from the very first sitting. Also, regular meditation.

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚Love for the country and love for God are not separate' (Feb 17 2012)"

Und was, wenn es dir schwerfällt, in einem aufgewühlten Moment überhaupt ruhig oder mitfühlend zu bleiben? Gurudev macht klar: Das, was du suchst, ist bereits da, unter der Unruhe.

Also, wenn du nicht mitfühlend bist, dann atme einfach ein paar Mal tief, meditiere – und kehre zurück. Du bist ruhig. Du bist bereits da. Du bist mitfühlend.

Englisches Original

So if you are not compassionate, just do some breathing, meditate — and return. You are calm. You are already there. You are compassionate.

„Aus einem Vortrag über die Narada Bhakti Sutras — ‚Dwell in the Divine', 00:16:24"

Für Gurudev geht es also nicht darum, Ruhe erst herzustellen, sondern darum, mit Atem und Meditation zu dem zurückzufinden, was unter der Unruhe ohnehin schon da ist.

Was du konkret tun kannst

  1. Übe Ujjayi Pranayam regelmäßig. Wiederhol es immer wieder, nicht nur einmal – Gurudev beschreibt es als eine Praxis, die du wieder und wieder brauchst.
  2. Ergänze es mit regelmäßiger Meditation. Die Kombination aus Atemtechnik und Meditation ist für ihn der eigentliche Weg.
  3. Atme bewusst, wenn du merkst, dass du innerlich aufgewühlt bist. Ein paar tiefe Atemzüge, dann kurz meditieren – und zurückkehren zu dem, was ruhig in dir ist.
  4. Erwarte keine Perfektion, sondern Übung. Gurudev spricht von einer Praxis, die du immer wieder machst – nicht von einem einmaligen Schalter, den du umlegst.

Häufige Fragen

Welche inneren Übungen stärken die Resilienz? Gurudev zählt die gewöhnlichen Krisen auf, die jeder kennt – Streit mit anderen, Beziehungsprobleme, Sorgen um die Zukunft, Unsicherheit über den eigenen Weg, Eifersucht, Ärger – und sagt: Wer eine innere „Rettungsweste" aus Wissen und Übung trägt, bleibt dabei über Wasser. Als konkrete Übung schlägt er vor, die Frage „Warum passiert mir das?" bewusst umzudrehen in ein „Wie erstaunlich ist das eigentlich!" – jede Frage im Kopf lässt sich so in Staunen statt in Klage verwandeln.

Wie kann ich durch Atmen meine Nerven beruhigen? Der Atem spiegelt laut Gurudev jedes Gefühl wider – deshalb ist die Arbeit mit dem Atem der Weg, wenn der Geist selbst schwer zu fassen ist. Jeder geistige Rhythmus hat einen passenden Atemrhythmus, erklärt er, und genau deshalb helfen Atemtechniken und Meditation, den Geist zu beruhigen, wenn du ihn nicht direkt in den Griff bekommst.

Wie beruhige ich mich sofort mit meinem Atem? Für den sofortigen Moment reicht laut Gurudev schon ein einziger tiefer Atemzug, den du kurz hältst – mehr braucht die Technik im Kern nicht. Bei Anspannung, etwa zu Hause, rät er ebenso einfach: tief durchatmen, bewusst entspannen und dir sagen, dass der schwierige Moment vorübergehen wird.

Was bewirkt Meditation langfristig im Inneren? Wenn dir gerade Mitgefühl fehlt, liegt das laut Gurudev nur am Stress des Moments, nicht an deiner eigentlichen Natur: Atmen, meditieren, zurückkehren – darunter bist du bereits ruhig und mitfühlend. Langfristig beschreibt er, wie Meditation die Sinne und den Verstand schärft und den Zugang zu intuitivem Wissen öffnet, das eigentliche Leben beginnt für ihn erst auf dieser tieferen Ebene.

Verwandte Fragen

Quellen

Die Zitate auf dieser Seite stammen aus:

  • artofliving.org (offizielle Website) — „Love for the country and love for God are not separate" (Feb 17 2012)
  • Narada Bhakti Sutras — „Dwell in the Divine" (BS 17), 00:16:24–00:17:05