Wie komme ich aus einem gestörten Schlafrhythmus wieder heraus?

Dunkler Fluss verwandelt sich im Sonnenaufgang golden und findet einen ruhigen neuen Lauf
Kurzantwort: Für Gurudev Sri Sri Ravi Shankar ist die Antwort keine schnelle Formel, sondern Ausgewogenheit im ganzen Tagesablauf: Schlaf, Ruhe, Tätigkeit und Ernährung gehören für ihn zusammen ins Gleichgewicht. Statt nur den Schlaf isoliert zu betrachten, kannst du deinen ganzen Tagesrhythmus in den Blick nehmen – dort setzt nach seiner Lehre echte Veränderung an.

Was Gurudev dazu sagt

Kennst du das: Einmal durcheinandergebracht – durch Schichtarbeit, eine Reise oder ein paar späte Abende – findet der Schlaf nur schwer wieder in seine alte Spur. Gurudev setzt bei genau diesem Ungleichgewicht an, und zwar nicht nur beim Schlaf selbst, sondern beim ganzen Tag.

„Wie alles andere muss auch der Schlaf im Gleichgewicht sein. Bei zu wenig Schlaf funktionieren Verstand und Körper nicht richtig. Zu viel Schlaf dagegen führt zu Trägheit und einem schweren Kopf.

Englisches Original

" Like everything, sleep must be in balance. With Insufficient sleep, the intellect and body don't function properly. While excess sleep causes laziness and a heavy head.

„Von der offiziellen Website artofliving.org — ‚Sleep and Insomnia'"

Diesen Gedanken der Balance weitet Gurudev in einem Vortrag über die Ashtavakra Gita noch aus: Nicht nur der Schlaf selbst, sondern der ganze Tagesrhythmus braucht dieses Maß.

Ausgewogenheit in der Tätigkeit, in der Ernährung, im Ruhen und Schlafen bringt das innere Gleichgewicht, das Gleichgewicht, die Vereinigung in dir. Ein fauler Mensch kann niemals Samādhi, Meditation oder Yoga erreichen.

Englisches Original

Balance in activity, balance in food, balance in your rest and sleep will bring the equilibrium, the balance, the union within you.

„Aus einem Vortrag über die Ashtavakra Gita — ‚Dissolving the Doer', 00:10:26"

Für Gurudev steht ein gestörter Schlafrhythmus damit selten für sich allein – er ist Teil eines größeren Ungleichgewichts zwischen Tätigkeit, Ernährung, Ruhe und Schlaf. Wer diese Bereiche wieder ins Lot bringt, gibt nach seiner Lehre auch dem Schlaf die Chance, sich neu einzupendeln.

Was du konkret tun kannst

  1. Schau auf den ganzen Tag, nicht nur auf die Nacht. Gurudev nennt Tätigkeit, Ernährung, Ruhe und Schlaf in einem Atemzug – ein gestörter Rhythmus lässt sich oft leichter angehen, wenn du den ganzen Tagesablauf betrachtest.
  2. Bring Bewegung und Tätigkeit in ein gesundes Maß. Gurudev warnt ausdrücklich davor, in Trägheit zu verfallen – Balance heißt für ihn weder Dauerstress noch völlige Untätigkeit.
  3. Achte auf feste, wiederkehrende Ruhephasen. Ein Rhythmus stabilisiert sich eher, wenn Ruhe- und Aktivitätsphasen einigermaßen regelmäßig wiederkehren, statt völlig unvorhersehbar zu sein.
  4. Beobachte deine Ernährung als Teil des Gleichgewichts. Für Gurudev gehört sie mit zu den vier Bereichen, die zusammenwirken – nicht als isolierte Stellschraube, sondern als ein Teil des Ganzen.
  5. Lass einen anhaltend gestörten Schlafrhythmus ärztlich abklären. Bessert sich dein Rhythmus über längere Zeit nicht von selbst, ist es sinnvoll, das zusätzlich mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen.

Häufige Fragen

Wie kann ich besser schlafen? Gurudev erklärt, dass Wunsch, innere Unruhe oder ungelöste Anspannung, die du mit ins Bett nimmst, tiefen Schlaf verhindern – wichtig ist, das vor dem Schlafen loszulassen, damit echte Erholung möglich wird. Er vergleicht Schlaf zudem mit Liebe und Meditation: Beide geschehen mühelos, und gerade die Anstrengung, unbedingt einschlafen zu wollen, wird selbst zum Hindernis.

Wie viel Schlaf brauche ich wirklich? Gurudev beschreibt Schlaf als etwas, das im Gleichgewicht sein muss: Zu wenig lässt Verstand und Körper nicht richtig funktionieren, zu viel macht träge und schwer. Auch in einem anderen Vortrag hält er fest, dass sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf aus dem Gleichgewicht führt – Ziel ist für ihn ein moderates Maß.

Wie kann ich meine Energie über den Tag bewusster einteilen? Gurudev lehrt, dass Ausgewogenheit in Tätigkeit, Ernährung, Ruhe und Schlaf das innere Gleichgewicht bringt. Ergänzend beschreibt er, dass viele zwanghafte Verhaltensmuster daher rühren, dass wir verlernt haben, uns regelmäßig nach innen zurückzuziehen und aufzutanken – schon bewusstes, kurzes Innehalten bei ganz gewöhnlichen Dingen kann dieses Gefühl des Ankommens zurückbringen.

Was kann ich gegen Stress tun? Gurudev rät, den Geist zu trainieren, im gegenwärtigen Moment zu leben und unnötigen Stress und Anspannung loszulassen – sobald der Geist nicht mehr rast, erlebst du nach seiner Beschreibung vollständige Ruhe bei gleichzeitig voller Wachheit. Meditation hält zudem neuen Stress davon ab, sich festzusetzen, und löst bereits vorhandenen Stress im System.

Verwandte Fragen

Quellen

Die Zitate auf dieser Seite stammen aus:

  • artofliving.org (offizielle Website) — „Sleep and Insomnia"
  • Ashtavakra Gita — „Dissolving the Doer" (AG 15), 00:10:26–00:10:43